Im Sommer war die Sache noch einfach: Wäscheständer aufstellen, Fenster auf – und wenige Stunden später war vieles bereits trocken. Kaum wird es draußen kühler und feuchter, fühlt sich dieselbe Ladung plötzlich wie ein Dauergast im Wohnzimmer an. Doch mit ein paar kleinen Änderungen kannst du deiner Wäsche beim Trocknen ordentlich auf die Sprünge helfen.
Der Wäscheständer ist voll, also wird das letzte Shirt noch irgendwie dazwischengequetscht? Das kann die Trockenzeit verlängern: Die einzelnen Wäschestücke sollten möglichst locker und mit etwas Abstand hängen. Berühren sich Hosen, Shirts und Handtücher ständig, kann die Luft schlechter dazwischen zirkulieren und Feuchtigkeit langsamer entweichen. Lieber zwei Reihen etwas großzügiger nutzen, statt jedes freie Stück Leine zu belegen.
Einer der wirkungsvollsten Tricks beginnt schon, bevor der Wäscheständer überhaupt aufgeklappt wird: Je trockener die Kleidung aus der Maschine kommt, desto weniger Wasser muss anschließend im Raum verdunsten.
Bei robusten Textilien kann deshalb, sofern das Pflegeetikett es erlaubt, eine höhere Schleuderzahl sinnvoll sein. Rund 1.400 Umdrehungen pro Minute sind ein möglicher Richtwert. Schwere Handtücher oder Jeans kannst du gegebenenfalls nach dem Waschgang noch einmal schleudern lassen. Empfindliche Stücke brauchen natürlich eine schonendere Behandlung.
Auch der Standort entscheidet mit. Der kühlste Raum der Wohnung ist nicht automatisch der beste Platz, nur weil er gerade frei ist. Besser eignet sich ein normal beheizter, möglichst großer Raum mit Fenster.
Dort kann die Feuchtigkeit anschließend gezielt nach draußen gelüftet werden. Den Wäscheständer direkt vor die Heizung zu stellen oder nasse Kleidungsstücke über den Heizkörper zu legen, ist dagegen keine optimale Lösung: Wird der Heizkörper verdeckt, kann sich seine Wärme schlechter im Raum verteilen.
Aus Sorge vor der Feuchtigkeit lassen viele das Fenster stundenlang gekippt. Gerade an kühlen Herbsttagen kann dadurch jedoch der Raum unnötig auskühlen. Sinnvoller ist regelmäßiges Stoß- oder Querlüften: Öffne die Fenster vollständig und tausche die feuchte Innenluft gezielt gegen Außenluft aus. Je nach Wetter und Wohnsituation kann das im Herbst etwa zehn bis 20 Minuten dauern, beim Querlüften oft deutlich kürzer.
Du musst deinen Wäscheständer im Herbst also nicht tagelang als zusätzliches Möbelstück akzeptieren. Gut geschleudert, locker aufgehängt, im richtigen Raum und regelmäßig gelüftet trocknet die Wäsche schneller – und das Raumklima freut sich gleich mit.