Morgens liegt plötzlich Tau auf dem Rasen, am Abend wird es merklich früher dunkel – und trotzdem hängt an manchen Pflanzen noch die letzte Ernte des Jahres. Der Garten macht sich langsam bereit für die kühlere Jahreszeit.
Für dich ist allerdings noch nicht ganz Feierabend: Bevor Gartenschere und Handschuhe endgültig im Schuppen verschwinden, stehen noch ein paar Arbeiten an. Drei davon solltest du jetzt abhaken – damit du die letzten Wochen der Gartensaison sinnvoll nutzt.
Das Gemüsebeet muss nach der Sommerernte nicht automatisch leer bleiben. Je nach Region, Witterung und Sorte lässt sich die verbleibende Zeit für eine späte Aussaat nutzen. Schnell wachsende und kälteverträglichere Kulturen kommen dafür besonders infrage. Welche Pflanzen sich noch aussäen lassen, hängt allerdings stark vom Zeitpunkt und vom lokalen Klima ab. Deshalb lohnt sich vor allem ein Blick auf die Angaben auf dem Saatgut.
Auch Flächen, die du nicht mehr bepflanzen möchtest, müssen nicht einfach brach daliegen. Eine geeignete Gründüngung kann den Boden bedecken und auf die kommende Saison vorbereiten.
Während wir beim ersten kühlen Morgen gedanklich schon im Herbst angekommen sind, läuft die Gartensaison vielerorts noch. Deshalb solltest du deine Pflanzen jetzt nicht sich selbst überlassen: Verblühte und abgestorbene Pflanzenteile können, je nach Pflanze, entfernt werden. Kranke Pflanzenteile solltest du ebenfalls im Auge behalten und gegebenenfalls beseitigen, damit sich Krankheiten nicht unnötig ausbreiten.
Beim Aufräumen gilt allerdings: Nicht jeder verblühte Stängel muss sofort weg. Samenstände können Vögeln Nahrung bieten, hohle Stängel und andere Pflanzenreste wiederum Insekten als Rückzugsort dienen. Wer naturnah gärtnert, darf an geeigneten Stellen also durchaus etwas Unordnung zulassen.
Und auch beim Gießen solltest du nicht automatisch aufhören, nur weil die Temperaturen sinken: Bleibt es trocken, benötigen manche Pflanzen weiterhin Wasser.
Tomaten, Zucchini, Bohnen oder anderes spätes Gemüse: Jetzt lohnt sich regelmäßig ein Rundgang durch den Garten. Was reif ist, sollte geerntet werden, bevor kühlere Nächte, anhaltende Nässe oder erste Fröste empfindlichen Kulturen zusetzen. Dabei musst du nicht warten, bis jedes Stück Gemüse seine perfekte Reife direkt an der Pflanze erreicht hat: Tomaten können beispielsweise auch nach der Ernte noch nachreifen. Vor drohendem Frost ist es daher sinnvoller, geeignete Früchte rechtzeitig hereinzuholen.
Auch Fallobst solltest du nicht wochenlang unter den Bäumen liegen lassen: Gesundes Obst lässt sich je nach Zustand noch verwerten, während faulende oder kranke Früchte entfernt werden sollten.
Danach darf es im Garten tatsächlich etwas ruhiger werden: Wer jetzt noch einmal sät, pflegt und erntet, beendet die Saison nicht einfach – sondern legt gleichzeitig schon den Grundstein für die nächste.