Die Hochzeitseinladung liegt auf dem Tisch, die Vorfreude ist groß – und mit ihr kommt bei vielen Gästen dieselbe Frage auf: Was ziehe ich bloß an? Schließlich möchte man elegant aussehen, auf den Erinnerungsfotos gut wirken und sich gleichzeitig nicht in den Mittelpunkt drängen. Gerade bei Sommerhochzeiten fällt die Wahl des perfekten Outfits vielen schwer.
Welche Farben, Schnitte und Stoffe jetzt besonders gut ankommen – und welche modischen Fails du besser vermeidest – verrät Petra Holzmann, Inhaberin des Brautmoden-Haus Roméo&Juliette "Heute".
Für Probleme sorgen laut Holzmann vor allem Looks, die zu sehr an ein Brautkleid erinnern: "Die größte Unsicherheit entsteht meist dann, wenn ein Outfit zu sehr nach 'Braut' aussieht – also bei sehr hellen Kleidern, Spitze, Tüll, langen fließenden Silhouetten oder sehr festlichen Roben", erklärt sie. Holzmann betont zudem auch, dass es "ein absolutes Tabu ist, der Braut optisch Konkurrenz zu machen".
Auch extrem tiefe Ausschnitte, sehr kurze Kleider oder transparente Stoffe könnten schnell unpassend wirken. Dasselbe gelte für grelle Neonfarben oder auffällige Animal-Prints. Ihr Rat: "Wenn man vor dem Spiegel überlegt, ob das Kleid vielleicht 'zu viel' ist, ist es für eine Hochzeit oft besser, eine ruhigere Variante zu wählen."
Dass Weiß der Braut vorbehalten ist, wissen die meisten. Doch damit endet die Liste der heiklen Farben noch lange nicht: "Neben reinem Weiß würden wir auch bei Ivory, Creme, sehr hellem Beige, Champagner, blassen Rosé- und Pudertönen sowie zarten Nude-Tönen vorsichtig sein", so Holzmann im "Heute"-Interview. Vor allem auf Fotos könnten diese Nuancen deutlich heller wirken und dadurch schnell mit einem Brautkleid verwechselt werden.
Auch kräftiges Rot sei nicht grundsätzlich verboten, ziehe aber viel Aufmerksamkeit auf sich. Da sich rund um rote Kleider bis heute zahlreiche Hochzeitsmythen halten, empfiehlt die Brautmoden-Expertin hier Fingerspitzengefühl.
Wie auffällig der Look sein darf, hängt immer von der Hochzeit selbst ab: "Eine Trauung im Schloss verlangt ein anderes Outfit als eine lockere Feier am See", erklärt die Roméo&Juliette-Inhaberin. Eine elegante Wahl seien Kleider, die mindestens bis zum Knie reichen – besonders harmonisch wirken bodenlange Modelle.
Für Sommerhochzeiten beobachtet Holzmann derzeit vor allem frische Grün-, Blau- und Beerentöne: "Sie wirken modern und festlich, ohne sich in den Vordergrund zu drängen." Gegen Ende des Sommers und im Frühherbst seien außerdem Terracotta- und Rosttöne besonders gefragt.
Bei den Schnitten liegen lange, fließende Kleider im Trend. Besonders beliebt seien Wickelkleider: "Sie schmeicheln jeder Figur und können immer wieder neu gebunden werden. Dadurch entstehen mit einem Kleid mehrere Looks."
Gerade bei Hochzeiten im Freien spielt auch der Tragekomfort eine wichtige Rolle: "Das Kleid sollte nicht nur schön aussehen, sondern auch Bewegungsfreiheit geben und sich über viele Stunden angenehm tragen." Holzmann empfiehlt deshalb leichte, fließende Stoffe, die elegant wirken und gleichzeitig luftiger sind als schwere Materialien.
Eine alte Kleiderregel gilt heute deutlich lockerer als früher: Schwarz ist längst kein Tabu mehr. "Heute kann ein schwarzes Kleid sehr elegant sein", sagt Holzmann. An einer Regel werde sich allerdings auch künftig nichts ändern: "Wenn es keinen speziellen Dresscode gibt, bleibt eine Regel unantastbar: Weiß gehört der Braut. Das war früher so, das ist heute so und das wird auch in Zukunft so bleiben!"
Ihr Fazit bringt die wichtigste Stilregel auf den Punkt: "Als Gast darf man wunderschön aussehen – aber der schönste Auftritt sollte immer dem Brautpaar gehören."