Frühlingsgefühle

Darum kribbelt’s im Bauch, wenn wir verliebt sind

"Schmetterlinge im Bauch" gelten als Inbegriff der Verliebtheit. Doch das berühmte Kribbeln ist keine bloße Redewendung.
Heute Life
15.02.2026, 07:45
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Wenn es kribbelt, flattert und sich plötzlich alles leicht anfühlt, sprechen wir von "Schmetterlingen im Bauch". Gerade rund um den Valentinstag feiern wir dieses Gefühl als Inbegriff der Verliebtheit. Doch was romantisch klingt, ist in Wahrheit ein hochkomplexer biologischer Prozess: Denn das, was wir als Bauchgefühl oder Intuition wahrnehmen, entsteht nicht nur im Herzen, sondern vor allem im Darm.

Der Darm steuert Gefühle

Über ein dichtes Netzwerk aus Nervenbahnen, Hormonen und mikrobiell produzierten Botenstoffen steht das Verdauungsorgan in ständigem Austausch mit dem Gehirn: Diese sogenannte Darm-Hirn-Achse beeinflusst unsere Stimmung, unsere Stressverarbeitung – und damit auch, wie wir Nähe erleben.

Rund 90 Prozent des körpereigenen Serotonins, jenes Botenstoffs, der für Wohlbefinden und emotionale Stabilität sorgt, werden im Darm gebildet: Das Mikrobiom, also die Gesamtheit der Darmbakterien, rückt damit ins Zentrum dessen, was wir als Glück, Verbundenheit oder eben "Schmetterlinge" spüren.

Emotionale Stabilität hat eine biologische Basis

Ein stabiles Darmmikrobiom wirkt wie ein Schutzschild gegen emotionale Überforderung: Es hilft dabei, Stresshormone zu regulieren, wirkt entzündungshemmend und unterstützt eine differenzierte Verarbeitung von Gefühlen. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, kann sich das rasch bemerkbar machen: Reizbarkeit, innere Unruhe oder emotionale Erschöpfung sind mögliche Folgen.

Gerade in Beziehungen zeigt sich das deutlich. Wer dauerhaft unter Stress steht oder innerlich aus dem Gleichgewicht ist, reagiert impulsiver, empfindlicher und weniger empathisch. Die Folge: Konflikte eskalieren schneller, Missverständnisse häufen sich. Beziehungskrisen beginnen also oft nicht im Streitgespräch, sondern im Nervensystem.

Beziehungsqualität wird häufig auf Kommunikation reduziert. Doch selbst die beste Gesprächstechnik nützt wenig, wenn die innere Stabilität fehlt: "Liebe und Nähe sind keine rein psychologischen Konzepte", erklärt Barbara Sladek, Geschäftsführerin und Mitgründerin von myBioma. "Ein gesunder Darm schafft die Voraussetzung für emotionale Stabilität – und damit für Beziehungen, die auch unter Druck tragfähig bleiben."

Liebe geht tatsächlich durch den Darm

Der Valentinstag bekommt damit eine neue Dimension. Metaphern wie "Bauchgefühl" oder "Schmetterlinge im Bauch" sind mehr als poetische Bilder: Sie beschreiben ein fein abgestimmtes Zusammenspiel zwischen Darm, Gehirn und Mikrobiom.

"Relationship Resilience entsteht nicht erst im Konfliktgespräch, sondern viel früher – im biologischen Gleichgewicht", erklärt Nikolaus Gasche, Geschäftsführer und Mitgründer von myBioma. "Die Darm-Hirn-Achse verbindet mentale Gesundheit und Beziehungsfähigkeit. Wer sie versteht, investiert nachhaltig in sein emotionales Wohlbefinden."

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