Knusprige Mohnflesserl zum Frühstück, saftiger Mohnkuchen am Nachmittag oder warme Mohnschnecken aus der Bäckerei – Mohn gehört für viele ganz selbstverständlich zum Alltag. Der nussige Geschmack und das typische Knacken machen ihn seit Jahrzehnten beliebt. Doch genau hinter diesen kleinen schwarzen Samen steckt ein Stoff, den viele eher aus der Medizin kennen: Morphin.
Denn Mohn stammt von der Schlafmohnpflanze – jener Pflanze, aus der auch starke Schmerzmittel gewonnen werden. Bleibt die Frage: Wie viel Mohn auf dem Teller ist eigentlich noch harmlos?
Mohnsamen stammen von der Pflanze Papaver somniferum, besser bekannt als Schlafmohn. Die Samen selbst enthalten wertvolle Ballaststoffe, Mineralstoffe und gesunde Fette. Gleichzeitig können sich darauf aber sogenannte Alkaloide befinden – natürliche Pflanzenstoffe wie Morphin oder Codein. Diese dienen der Pflanze eigentlich als Schutzmechanismus.
Morphin kennt man vor allem aus der Schmerztherapie. Experten warnen, dass hohe Mengen unter anderem Benommenheit, Übelkeit oder Atemprobleme auslösen können.
Die gute Nachricht: In normalem Gebäck ist das Risiko für Erwachsene sehr gering. Denn Backen, Mahlen, Reinigen oder Erhitzen reduzieren den Morphingehalt oft deutlich. Genau deshalb gelten typische Mengen in Mohnflesserln, Kuchen oder Strudel normalerweise als unproblematisch.
Ein klassisches Mohnbrötchen enthält meist nur ein bis vier Gramm Mohn. Selbst ein großes Stück Mohnkuchen liegt oft lediglich bei etwa zehn bis zwanzig Gramm. Um gesundheitlich bedenkliche Mengen zu erreichen, müsste man normalerweise sehr große Portionen auf einmal essen.
Ganz ausschließen lässt sich eine höhere Belastung allerdings nicht. Denn der Morphingehalt kann je nach Herkunft und Verarbeitung des Mohns stark variieren. Besonders unbehandelter oder schlecht gereinigter Rohmohn kann deutlich höhere Mengen enthalten.
Genau deshalb warnen Experten davor, größere Mengen Rohmohn regelmäßig zu konsumieren – etwa in selbstgemachten Tees oder stark mohnhaltigen Speisen.
Besonders empfindlich reagieren Kleinkinder. Durch ihr geringes Körpergewicht können selbst kleinere Mengen Morphin im Verhältnis schneller relevant werden. Fachleute betonen zwar, dass ein normales Mohnflesserl für Kinder grundsätzlich nicht gefährlich sei. Große Portionen stark mohnhaltiger Kuchen oder Rohmohn sollten aber vorsichtshalber nur in kleinen Mengen gegeben werden. Vor allem Mohntees gelten für Kinder als ungeeignet.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt außerdem, dass Schwangere größere Mengen stark mohnhaltiger Lebensmittel eher vermeiden sollten. Auch Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Schlafapnoe sollten vorsichtig sein, da Morphin die Atmung beeinflussen kann.
Was viele ebenfalls nicht wissen: Stark mohnhaltiges Gebäck kann kurzfristig sogar zu positiven Opiat-Drogentests führen. Je nach Belastung des Mohns und Empfindlichkeit des Tests reichen dafür teilweise schon größere Portionen Mohngebäck aus.
Wer zuhause selbst mit Mohn bäckt, kann den Morphingehalt zusätzlich senken.
Gerade Hitze reduziert die problematischen Alkaloide oft deutlich.