Die Nase ist komplett zu, das Atmen fällt schwer und an erholsamen Schlaf ist kaum zu denken. Spätestens jetzt greifen viele zum Nasenspray, das innerhalb weniger Minuten für Erleichterung sorgen soll. Ein kurzer Sprühstoß, einmal kräftig hochziehen und schon ist die Nase wieder frei. Doch genau bei dieser vermeintlich einfachen Anwendung kann einiges schiefgehen. Denn entscheidend ist nicht nur, welches Spray du verwendest, sondern auch, wohin du damit zielst.
Bei einer Erkältung schwellen die Schleimhäute in der Nase an. Das liegt unter anderem daran, dass sich die Blutgefäße erweitern und die Schleimhaut stärker durchblutet wird. Die Folge: Du bekommst schlechter Luft.
Abschwellende Nasensprays mit Wirkstoffen wie Xylometazolin oder Oxymetazolin setzen genau hier an. Sie verengen die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut, wodurch die Schwellung zurückgeht und du wieder leichter durchatmen kannst. Das funktioniert meist schnell, allerdings nur vorübergehend. Die Erkältung selbst wird dadurch nicht geheilt.
Hand aufs Herz: Wohin hältst du den Sprühkopf, wenn du Nasenspray benutzt? Viele richten ihn einfach gerade nach oben oder zur Nasenmitte. Doch genau das ist ungünstig. Trifft der Sprühnebel vor allem auf die empfindliche Nasenscheidewand, kann das die Schleimhaut reizen. Bei wiederholter Anwendung sind Trockenheit, Krusten und sogar Nasenbluten möglich.
Besser ist es, den Sprühkopf leicht nach außen auszurichten – also in Richtung der jeweiligen Wange beziehungsweise des äußeren Augenwinkels. So verteilt sich das Spray eher an der seitlichen Nasenschleimhaut, statt direkt auf die Nasenscheidewand zu treffen.
Bevor du zum Spray greifst, solltest du dir vorsichtig die Nase putzen. Halte deinen Kopf anschließend aufrecht oder neige ihn leicht nach vorne. Führe den Sprühkopf nur ein kleines Stück in ein Nasenloch ein und richte ihn sanft nach außen. Drücke dann einmal entsprechend der Packungsanweisung auf den Sprühkopf und atme dabei leicht durch die Nase ein.
Wichtig: Du musst das Spray nicht kräftig hochziehen. Sonst kann ein Teil der Flüssigkeit direkt im Rachen landen, anstatt auf der Nasenschleimhaut zu bleiben. Ein bitterer Geschmack im Hals kann ein Hinweis darauf sein, dass das Spray zu weit nach hinten gelangt ist. Er beweist allerdings nicht automatisch, dass du es falsch angewendet hast.
So angenehm die schnelle Erleichterung auch ist: Abschwellende Nasensprays sind keine Dauerlösung. Wer sie über längere Zeit verwendet, riskiert einen sogenannten Rebound-Effekt. Sobald die Wirkung nachlässt, schwillt die Nasenschleimhaut erneut an. Betroffene greifen dann immer häufiger zur Flasche, um wieder frei atmen zu können.
So kann ein Teufelskreis entstehen, der als medikamentös bedingter Dauerschnupfen bezeichnet wird. Bei längerem Fehlgebrauch können die Schleimhäute außerdem gereizt und geschädigt werden. Deshalb sollten abschwellende Sprays in der Regel nicht länger als fünf bis sieben Tage am Stück verwendet werden. Entscheidend sind die Angaben in der Packungsbeilage.
Hast du das Gefühl, ohne Nasenspray überhaupt nicht mehr durchatmen zu können, solltest du das Problem ärztlich oder in der Apotheke abklären lassen. Bei einer längerfristigen Überanwendung kann eine schrittweise Entwöhnung sinnvoll sein, beispielsweise indem zunächst nur noch ein Nasenloch behandelt wird. Welche Vorgehensweise passt, hängt aber von der Situation ab.
Zur Befeuchtung der Nasenschleimhaut können Kochsalzsprays helfen. Anders als abschwellende Präparate mit gefäßverengenden Wirkstoffen verursachen sie keinen vergleichbaren Gewöhnungseffekt.