5 Konflikt-Typen

Wie du streitest, verrät mehr über dich, als du denkst

Die einen wollen den Streit sofort klären, die anderen würden am liebsten aus dem Zimmer verschwinden. Welcher Typ du bist, lässt sich gut einordnen.
Heute Life
23.09.2026, 12:15
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Eigentlich geht es nur darum, wohin ihr in den Urlaub fahrt. Doch plötzlich wird aus Meer oder Berge eine Grundsatzdiskussion über Rücksicht, Egoismus und die Frage, wer eigentlich immer nachgibt. Kommt dir bekannt vor? Wie wir streiten, unterscheidet sich – und trotzdem lassen sich viele unserer Reaktionen erstaunlich gut in fünf Muster einordnen.

Dahinter steckt das Thomas-Kilmann-Modell, ein bekanntes Modell zum Umgang mit Konflikten. Entscheidend sind dabei zwei Fragen: Wie stark setzt du dich für deine eigenen Interessen ein – und wie wichtig sind dir gleichzeitig die Bedürfnisse deines Gegenübers?

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Wichtig: Die fünf Stile sind keine starren Persönlichkeitstypen. Je nach Situation können wir unterschiedlich reagieren. Und keiner davon ist grundsätzlich richtig oder falsch.

1. Du willst dich durchsetzen

"Nein, ich übernehme deine Schicht dieses Wochenende nicht schon wieder." Wer auf den Wettbewerbsmodus (Competing) setzt, vertritt die eigenen Interessen klar – selbst wenn das Gegenüber etwas anderes möchte. Das kann durchaus sinnvoll sein, etwa wenn eine Grenze überschritten wird, schnell entschieden werden muss oder du Verantwortung trägst. Schwierig wird es, wenn jeder Konflikt zum Machtkampf wird und am Ende immer jemand gewinnen muss.

2. Du gibst lieber nach

Deinem Partner ist das Restaurant wahnsinnig wichtig, dir eigentlich nicht – also lässt du ihn entscheiden. Beim Nachgeben (Accommodating) bekommen die Wünsche des anderen mehr Gewicht als die eigenen. Das kann großzügig sein und unnötige Streitereien verhindern. Wer allerdings ständig zurücksteckt, sammelt womöglich stillen Frust. Harmonie um jeden Preis kann irgendwann ziemlich unharmonisch werden.

3. Du gehst dem Streit aus dem Weg

Die Nachricht in der WG-Gruppe ärgert dich gewaltig. Antworten? Lieber morgen. Oder vielleicht gar nicht. Beim Vermeiden (Avoiding) wird der Konflikt zunächst nicht aktiv ausgetragen. Das muss keineswegs immer schlecht sein: Ist das Thema unwichtig oder kochen die Emotionen gerade hoch, kann Abstand sogar sinnvoll sein. Werden wichtige Probleme allerdings ständig vertagt, verschwinden sie dadurch selten.

4. Du willst das Problem wirklich lösen

Ihr streitet zum zehnten Mal darüber, wer öfter putzt. Statt nur die Aufgaben neu aufzuteilen, fragst du: Warum streiten wir darüber eigentlich ständig? Beim Zusammenarbeiten (Collaborating) zählen die Bedürfnisse beider Seiten. Ziel ist eine Lösung, bei der nicht einer verliert, sondern das eigentliche Problem verstanden wird. Gerade bei wichtigen Beziehungen und komplexen Konflikten kann das hilfreich sein – kostet allerdings Zeit, Offenheit und Einsatz von beiden.

5. Du triffst dich in der Mitte

Du willst zehn Tage Städtetrip, dein Partner zehn Tage Strand? Dann werden es eben fünf Tage von beidem. Beim Kompromiss (Compromising) gibt jede Seite etwas auf und bekommt dafür etwas anderes. Das kann schnell und pragmatisch sein. Doch die goldene Mitte ist nicht automatisch die beste Lösung: Manchmal existiert eine Variante, mit der beide glücklicher wären.

Und welcher Streit-Typ bist du?

Vielleicht erkennst du dich sofort wieder – vielleicht aber auch gleich in mehreren Beschreibungen. Das ist normal: Das Modell soll Menschen nicht in fünf Schubladen stecken, sondern zeigen, welche Strategie wir in welchem Konflikt wählen.

Und beim nächsten Streit über Urlaub, Haushalt oder die notorisch verspätete Freundin fällt dir vielleicht auf: Nicht nur worüber wir streiten, sondern auch wie, kann darüber entscheiden, was danach von dem Konflikt übrig bleibt.

red,23.09.2026, 12:15
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