Kaum steigen draußen die Temperaturen, beginnt im Kühlschrank oft ein unsichtbares Problem. Die Gurke wird schneller weich, der Salat verliert seine Frische und plötzlich riecht das Gemüsefach irgendwie muffig. Viele vermuten, der Kühlschrank sei kaputt – dabei steckt meist etwas ganz anderes dahinter. Mit einem einfachen Hausmittel aus der Küche lässt sich das Problem oft überraschend leicht in den Griff bekommen: gewöhnliches Speisesalz.
An heißen Tagen wird die Kühlschranktür besonders häufig geöffnet – für kalte Getränke, Eis oder frisches Obst. Dabei strömt jedes Mal warme, feuchte Luft ins Innere. Kühlt diese schlagartig ab, entsteht Kondenswasser. Vor allem im unteren Bereich des Kühlschranks und im Gemüsefach sammelt sich dadurch Feuchtigkeit.
Die Folgen kennen viele: Obst und Gemüse verderben schneller, Verpackungen werden feucht und unangenehme Gerüche breiten sich aus. Bleibt die Feuchtigkeit dauerhaft bestehen, können sich außerdem Schimmel und Bakterien leichter vermehren.
Die Lösung könnte bereits im Vorratsschrank stehen. Salz besitzt eine sogenannte hygroskopische Eigenschaft. Das bedeutet: Es zieht Feuchtigkeit aus der Luft an und bindet sie. Stellt man ein kleines Glas oder eine offene Schale mit Speisesalz in den Kühlschrank, kann das Salz einen Teil der überschüssigen Luftfeuchtigkeit aufnehmen. Dadurch bleibt das Klima im Kühlschrank trockener – besonders im Gemüsefach, wo sich oft die meiste Nässe sammelt.
Weniger Feuchtigkeit bedeutet auch bessere Bedingungen für empfindliche Lebensmittel. Gurken, Karotten, Salat oder Paprika bleiben oft länger knackig, weil sich weniger Wasser im Gemüsefach sammelt. Zwar ersetzt das Salz keine richtige Lagerung oder Kühlung, es kann aber helfen, dass Obst und Gemüse nicht so rasch weich werden oder verderben.
Ein weiterer Vorteil: Wo weniger Feuchtigkeit vorhanden ist, fühlen sich Schimmel und viele Bakterien deutlich weniger wohl. Gleichzeitig kann das Salz dabei helfen, unangenehme Gerüche im Kühlschrank etwas zu reduzieren – etwa nach Käse, Zwiebeln oder Fisch.
Ist die Luftfeuchtigkeit im Kühlschrank dauerhaft hoch, kann sich an der Rückwand schneller Eis bilden. Diese Eisschicht erschwert die Kühlung und kann dazu führen, dass das Gerät mehr Energie benötigt. Indem überschüssige Feuchtigkeit reduziert wird, kann sich auch die Eisbildung verringern. Der Effekt auf den Stromverbrauch fällt zwar meist eher gering aus, dennoch kann der Kühlschrank dadurch effizienter arbeiten.
Für den Hausmittel-Hack braucht es nicht mehr als zwei bis drei Esslöffel gewöhnliches Speisesalz. Dieses wird in ein kleines Glas oder eine offene Schale gefüllt und möglichst weit unten im Kühlschrank – idealerweise im Gemüsefach – platziert.
Nach etwa drei bis vier Wochen sollte das Salz ausgetauscht werden. Hat es Feuchtigkeit aufgenommen, wird es hart und beginnt zu verklumpen. Das ist ein Zeichen dafür, dass seine Aufnahmefähigkeit erschöpft ist. Das alte Salz muss übrigens nicht sofort im Müll landen: Es eignet sich noch hervorragend als Scheuermittel für Töpfe, Spülen oder andere hartnäckige Verschmutzungen im Haushalt.