Cremiger Rahmspinat zum Erdäpfelpüree, würziger Feta auf frischen Spinatblättern oder eine goldbraun überbackene Spinatlasagne: Manche Kombinationen gehören einfach zusammen. Doch was viele nicht wissen: Dass Spinat so häufig mit Milchprodukten auf dem Teller landet, hat nicht nur geschmackliche Gründe. Dahinter steckt ein cleveres Zusammenspiel, von dem auch unser Körper profitieren kann.
Spinat steckt voller wertvoller Nährstoffe. Neben Vitaminen und Mineralstoffen enthält er allerdings auch Oxalsäure. Dieser natürliche Pflanzenstoff kommt beispielsweise auch in Rhabarber, Mangold und Rote Rüben vor. Vielleicht kennst du das leicht pelzige Gefühl auf den Zähnen nach einer Portion Spinat? Auch das hängt mit der Oxalsäure zusammen.
Im Darm kann sie Mineralstoffe binden und deren Aufnahme erschweren. Ein Teil der Oxalsäure kann außerdem in den Körper gelangen und über die Nieren ausgeschieden werden.
Hier kommt Calcium ins Spiel. Wird Spinat gemeinsam mit calciumreichen Lebensmitteln gegessen, können sich beide Stoffe bereits im Verdauungstrakt verbinden. Dabei entsteht schwer lösliches Calciumoxalat, das größtenteils über den Stuhl ausgeschieden wird. So kann weniger Oxalat über den Darm aufgenommen werden.
Besonders für Menschen, die zu bestimmten Nierensteinen neigen, kann diese Kombination sinnvoll sein. Denn Calciumoxalat ist auch ein häufiger Bestandteil solcher Steine. Ein Klecks Joghurt, etwas Feta oder eine milchhaltige Soße sind deshalb nicht nur geschmacklich passende Begleiter.
Wer seinen Spinat lieber pur oder als Salat genießt, muss nicht gleich um seine Gesundheit fürchten. Laut Verbraucherzentrale ist der übliche Verzehr oxalsäurehaltiger Lebensmittel für gesunde Erwachsene grundsätzlich unproblematisch. Wer allerdings bereits Nierensteine hatte oder an einer Nierenerkrankung leidet, sollte die Ernährung individuell ärztlich abklären lassen.
Es gibt noch eine Möglichkeit, den Oxalsäuregehalt zu reduzieren: Spinat kurz in Wasser blanchieren oder kochen. Dabei geht ein Teil der wasserlöslichen Oxalsäure ins Kochwasser über: Wer dieses anschließend wegschüttet, kann die Menge im fertigen Gericht verringern. Allerdings können dabei auch andere wasserlösliche Nährstoffe verloren gehen.