Der Herbst färbt die Blätter bunt, unter den Schuhen raschelt das Laub und plötzlich liegt sie da: eine Walnuss, mitten auf dem Gehsteig. Ein Blick nach oben verrät, woher sie kommt. Hoch über der Straße hängen noch weitere Früchte am Baum. Was viele nicht wissen: Solche kleinen Naturschätze lassen sich in Wien an überraschend vielen Orten entdecken. Man muss nur wissen, wo man suchen soll. Und dafür gibt es einen praktischen Trick: Eine kostenlose Online-Karte zeigt, wo in der Stadt Nussbäume, Obststräucher und sogar Kräuter wachsen. Mit etwas Glück wartet die nächste Entdeckung gleich ums Eck.
Wer schon einmal nach Walnüssen oder Haselnüssen gesucht hat, kennt das Problem: Wo stehen die Bäume eigentlich? Und welche Früchte darf man überhaupt sammeln? Hier kommt die Plattform mundraub.org ins Spiel: Auf einer interaktiven Karte sind Fundorte von Obstbäumen, Sträuchern und Kräutern eingezeichnet. Auf der Website finden sich zahlreiche Einträge in Wien, darunter auch Daten aus dem öffentlichen Baumbestand.
Besonders spannend ist die Suche nach Nüssen. Neben Walnussbäumen lassen sich auch Haselnusssträucher und zahlreiche Kastanienbäume aufspüren. Vereinzelt sind sogar Edelkastanien eingetragen. Und die digitale Schatzkarte kann noch viel mehr: Je nach Jahreszeit lassen sich dort auch Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Zwetschkenbäume entdecken. Dazu kommen Brombeeren, Himbeeren, Holunder sowie Kräuter wie Minze und Rosmarin. Selbst Bärlauch-Fundorte sind verzeichnet.
Das Besondere an mundraub.org: Die Karte lebt von den Menschen, die sie nutzen. Entdeckst du bei deinem nächsten Spaziergang einen Walnussbaum oder einen Beerenstrauch, der noch nicht eingezeichnet ist, kannst du den Fundort selbst ergänzen. Dafür ist eine kostenlose Registrierung notwendig. So profitieren auch andere von deiner Entdeckung. Vielleicht wird aus deinem Lieblingsspazierweg schon bald eine kleine Schatzsuche für die ganze Nachbarschaft.
So verlockend die Früchte auch aussehen: Nicht jeder Baum ist automatisch zur Ernte freigegeben. Vor dem Sammeln sollte deshalb geklärt sein, ob das Pflücken am jeweiligen Standort erlaubt ist. Private Gärten und geschützte Flächen sind tabu. Außerdem gilt: Nur sammeln, was man sicher erkennt, keine Äste beschädigen und genügend für Tiere und andere Menschen übrig lassen. Auch ein Karteneintrag ist keine Garantie dafür, dass die Ernte erlaubt ist.