Der erste Löffel landet morgens im Müsli, mittags wird aus dem Becher ein cremiger Dip und abends verfeinert ein Klecks Joghurt das Dressing. Für viele gehört das Milchprodukt so selbstverständlich zum Alltag wie der Kaffee zum Frühstück. Doch während wir genüsslich löffeln, passiert in unserem Körper einiges.
Joghurt entsteht, wenn Milchsäurebakterien einen Teil des Milchzuckers in Milchsäure umwandeln. Das sorgt für den typisch säuerlichen Geschmack – und macht das Lebensmittel für manche Menschen leichter verdaulich als Milch. Besonders interessant ist sein Nährstoffpaket: Joghurt liefert Eiweiß, Calcium, Jod sowie die Vitamine B2 und B12. Während Eiweiß unter anderem für die Muskeln wichtig ist, unterstützt Calcium den Erhalt normaler Knochen und Zähne.
Auch die Verdauung kann profitieren: Naturjoghurt mit lebenden Kulturen enthält Milchsäurebakterien, die bei manchen Menschen die Verdauung von Laktose erleichtern können. Ob regelmäßiger Joghurtkonsum die Darmflora langfristig verbessert, hängt allerdings von den enthaltenen Bakterienstämmen und weiteren Faktoren ab. Nicht jeder Joghurt wirkt automatisch wie ein probiotisches Präparat.
Spannend wird es beim Blick auf die Forschung: Mehrere Beobachtungsstudien bringen regelmäßigen Joghurtkonsum mit einem geringeren Risiko für Übergewicht und Typ-2-Diabetes in Verbindung. Auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es Hinweise auf mögliche Vorteile fermentierter Milchprodukte. Ein Wundermittel ist Joghurt deshalb aber nicht. Solche Studien zeigen vor allem Zusammenhänge. Ob tatsächlich der Joghurt selbst dafür verantwortlich ist oder die insgesamt gesündere Lebensweise der untersuchten Menschen, lässt sich daraus nicht sicher ableiten.
Nicht jeder Becher aus dem Kühlregal ist automatisch eine gute Wahl; vor allem Frucht- und Dessertjoghurts können reichlich zugesetzten Zucker enthalten. Wer täglich zugreift, fährt mit Naturjoghurt ohne Zuckerzusatz meist besser. Für Süße sorgen frische Beeren, Obst oder etwas Zimt. Bei einer Kuhmilcheiweißallergie muss auf herkömmlichen Joghurt verzichtet werden. Menschen mit Laktoseintoleranz vertragen ihn dagegen manchmal besser als Milch, andernfalls gibt es laktosefreie Varianten.
Joghurt kann Teil einer ausgewogenen Ernährung sein, ist aber kein Muss. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt täglich zwei Portionen Milch und Milchprodukte. 150 Gramm Joghurt zählen dabei als eine Portion. Wer auch Käse oder Milch konsumiert, sollte diese mitberücksichtigen.