Neue Schock-Zahlen

7 von 10 Frauen wollen DAS lieber verheimlichen

Müde, ausgelaugt, aber bloß nichts anmerken lassen? Eine neue Ö-Umfrage zeigt, wie viele Frauen genau das tun.
Heute Life
11.10.2026, 10:05
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Der Wecker klingelt viel zu früh, die Nacht war wieder einmal zu kurz. Trotzdem heißt es aufstehen, sich fertig machen und möglichst frisch aussehen. Im Job wird Leistung erwartet, zu Hause warten die nächsten Aufgaben. Und wenn jemand fragt, wie es einem geht, kommt oft nur ein schnelles "Alles gut". Doch hinter dieser scheinbar mühelosen Fassade steckt bei vielen Frauen eine ganz andere Realität: Sie sind müde, gestresst und erschöpft – versuchen aber, sich genau das nicht anmerken zu lassen.

Wie verbreitet dieses Gefühl ist, zeigt eine aktuelle Umfrage von Pure Encapsulations und TQS Research & Consulting unter 1.000 Frauen in Österreich.

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9 von 10 Frauen spüren enormen Druck

Die Ergebnisse sind deutlich: 90,6 Prozent der Befragten haben das Gefühl, dass von ihnen häufig erwartet wird, selbst bei Erschöpfung noch gepflegt, präsent und belastbar zu wirken. 71 Prozent versuchen deshalb häufig, ihre Müdigkeit nach außen zu verbergen. Gleichzeitig nehmen knapp 96 Prozent wahr, dass das Aussehen von Frauen stärker bewertet wird als jenes von Männern.

Es geht also längst nicht nur darum, wie man sich fühlt, sondern auch darum, wie man auf andere wirkt. Müde sein ist erlaubt – solange es möglichst niemand bemerkt: "Wenn Frauen selbst dann funktionieren und nach außen präsent sein sollen, wenn ihre inneren Kräfte eigentlich erschöpft sind, wird Erschöpfung unsichtbar gemacht", erklärt Tina Werner, wissenschaftliche Leiterin der Initiativen zur Frauengesundheit bei Pure Encapsulations.

Besonders Mütter funktionieren einfach weiter

Wie schwer es ist, tatsächlich zur Ruhe zu kommen, zeigt sich vor allem beim Blick auf die unbezahlte Sorgearbeit. Laut Umfrage tragen 68 Prozent der Frauen die nächtliche Verantwortung für Kinder oder andere betreuungsbedürftige Angehörige überwiegend selbst. Nur 15 Prozent berichten von einer ungefähr gleichmäßigen Aufteilung.

Besonders deutlich wird die Belastung bei Müttern: 83 Prozent der Frauen mit Kindern unter 14 Jahren im Haushalt geben an, trotz Müdigkeit oder Erschöpfung einfach weiterzumachen. Vor allem zwischen 30 und 44 Jahren treffen berufliche Anforderungen, familiäre Verpflichtungen und gesellschaftliche Erwartungen häufig aufeinander.

Selbst beim Arzt fühlen sich viele nicht gehört

Besonders nachdenklich machen die Erfahrungen mit medizinischer Hilfe: Von jenen Frauen, die anhaltende Müdigkeit bereits ärztlich abklären ließen, berichten 54 Prozent, dass ihre Beschwerden nicht ernst genommen wurden. 52 Prozent hatten den Eindruck, ihre Erschöpfung sei vorschnell als psychisch bedingt eingeordnet worden. 72 Prozent wurde nach eigenen Angaben vermittelt, Müdigkeit sei in ihrer Lebensphase normal.

Weitere 41 Prozent berichten von einer vorrangig hormonellen Erklärung. 39 Prozent empfanden ihren Zyklus als zu schnelle Begründung für die Beschwerden.

Dabei kann anhaltende Erschöpfung viele Ursachen haben – von Schlafmangel und Dauerstress bis hin zu körperlichen Erkrankungen. Bei 16 Prozent der Befragten wurde im Zusammenhang mit Müdigkeit oder Schlafproblemen bereits ein Mikronährstoffmangel festgestellt.

Müde sein darf kein persönliches Versagen sein

Zum Welttag der psychischen Gesundheit heute wollen die Studienverantwortlichen deshalb auf ein Problem aufmerksam machen, das im Alltag oft übersehen wird: Frauen sollen leistungsfähig, fürsorglich und gepflegt sein – selbst dann, wenn ihnen längst die Energie fehlt.

Doch Erschöpfung ist kein Makel, den man überschminken muss. Wer dauerhaft müde ist, braucht nicht noch mehr Druck, sondern Verständnis, Entlastung und gegebenenfalls eine sorgfältige medizinische Abklärung.

red,11.10.2026, 10:05