Eigentlich bist du längst satt – trotzdem wandert beim Arbeiten noch eine Handvoll Chips in den Mund. Oder du öffnest spätabends den Kühlschrank, obwohl das Abendessen Stunden zurückliegt. Solche Momente kennen viele – und oft merken wir kaum, wann, warum und wie viel wir eigentlich essen.
Diese alltäglichen Muster haben US-Forschende genauer untersucht. Ihr Ansatz: Statt nur darauf zu schauen, was Menschen essen, wollten sie verstehen, in welchen Situationen übermäßiges Essen entsteht. Dabei kristallisierten sich fünf unterschiedliche Verhaltensmuster heraus.
Für die 2025 im Fachjournal "npj Digital Medicine" veröffentlichte Untersuchung wurden 60 Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas über 14 Tage begleitet. Mithilfe elektronischer Methoden zeichneten die Forschenden detailliert auf, wann und unter welchen Umständen gegessen wurde.
Dabei ging es unter anderem darum, ob die Teilnehmer selbst kochten oder Essen bestellten, allein oder gemeinsam aßen, wie schnell sie aßen und was nebenbei passierte. Aus diesen Daten entwickelte das Team fünf sogenannte "Eating Behavior Phenotypes" – also wiederkehrende Muster des Essverhaltens.
Wichtig: Die kleine Beobachtungsstudie beweist nicht, dass jeder Mensch mit Übergewicht einem dieser Typen entspricht oder dass die beschriebenen Verhaltensweisen zwangsläufig zu Übergewicht führen. Sie soll vielmehr helfen, Situationen zu erkennen, in denen übermäßiges Essen häufiger vorkommen kann.
Spannend an den fünf Mustern ist weniger die Frage, welcher "Typ" du bist. Die Studie macht vielmehr deutlich, dass Essen nicht nur eine Reaktion auf körperlichen Hunger ist. Uhrzeit, Umgebung, Gesellschaft, Gewohnheiten und Gefühle können ebenfalls beeinflussen, wann wir zugreifen.
Wer sich in einem der fünf Muster wiederfindet, muss deshalb weder panisch den Lieferdienst löschen noch Restaurantbesuche streichen. Ein erster Schritt kann viel unspektakulärer sein: einmal bewusst darauf achten, wann du wirklich hungrig bist – und wann eigentlich etwas ganz anderes hinter dem Griff zum Essen steckt.