Ein feuchter Fleck auf dem Polster, ein bisschen Speichel am Mundwinkel – besonders unangenehm wird es, wenn jemand neben dir liegt. Doch was zunächst nur peinlich erscheint, kann manchmal mehr über deine Gesundheit verraten, als du denkst. Wer gelegentlich im Schlaf sabbert, muss sich keine Sorgen machen. Passiert es allerdings regelmäßig und ist der Polster morgens regelrecht durchnässt, lohnt sich ein genauerer Blick.
"Jeder sabbert irgendwann einmal", erklärt HNO-Arzt Landon Duyka von der Northwestern University in Chicago gegenüber "CNN". Etwa nach einem feuchtfröhlichen Abend oder wenn man nach einem üppigen Essen auf der Couch einschläft. Anders sieht es aus, wenn du plötzlich jede Nacht Speichel verlierst. Dahinter können Schlafstörungen, in seltenen Fällen sogar neurologische Erkrankungen stecken.
Eine mögliche Ursache ist Schlafapnoe. Dabei setzt die Atmung während des Schlafs immer wieder kurz aus. Betroffene atmen deshalb häufig verstärkt durch den Mund, wodurch Speichel leichter herauslaufen kann. Schnarchst du laut, wachst mit trockenem Mund auf oder bist tagsüber ständig müde? Dann solltest du die Beschwerden ärztlich abklären lassen.
Nicht immer steckt eine Erkrankung dahinter. Schon eine verstopfte Nase kann dafür sorgen, dass du nachts den Mund öffnest. Erkältungen, Allergien oder eine verkrümmte Nasenscheidewand erschweren die Nasenatmung. Der Speichel findet dann leichter seinen Weg auf den Polster. Vorsicht vor beim "Mouth Taping": Den Mund nachts mit Klebeband zu verschließen, ist keine gute Lösung. Besonders bei eingeschränkter Nasenatmung oder Schlafapnoe kann das gefährlich werden.
Auch Sodbrennen kann nächtliches Sabbern begünstigen. Steigt Magensäure in die Speiseröhre auf, produziert der Körper mitunter mehr Speichel, um die Säure zu verdünnen. Daneben können Zahnfehlstellungen oder nächtliches Zähneknirschen beeinflussen, wie gut sich der Mund im Schlaf schließt.
Du schläfst am liebsten auf der Seite oder auf dem Bauch? Dann sabberst du wahrscheinlich. Die Schwerkraft sorgt dafür, dass Speichel leichter aus dem Mund fließt. Rückenschläfer bemerken das seltener, weil der Speichel eher im Mund bleibt oder geschluckt wird.
Entscheidend ist, ob sich etwas verändert hat. Wer plötzlich stark sabbert, regelmäßig mit durchnässtem Polster aufwacht oder zusätzlich schnarcht und Atemaussetzer bemerkt, sollte einen HNO-Arzt oder Schlafmediziner aufsuchen. Treten Schluckbeschwerden, auffällige Bewegungsveränderungen oder andere neurologische Symptome hinzu, ist ebenfalls eine Abklärung wichtig.