Die Sportmatte ist ausgerollt, die Motivation groß und das Ziel klar: Endlich fitter werden, den Bauch stärken und vielleicht sogar die ersten Muskeln sehen. Also ab auf den Rücken, Hände hinter den Kopf und los geht's mit den Sit-ups. Schließlich kennt diese Übung jeder. Doch ausgerechnet der Fitnessklassiker ist für Anfänger oft nicht die beste Wahl. Wer seiner Körpermitte wirklich etwas Gutes tun möchte, sollte zunächst anders trainieren.
Was so einfach aussieht, hat seine Tücken. Bei einem klassischen Sit-up richtest du deinen Oberkörper aus der Rückenlage vollständig auf. Dabei wird die Wirbelsäule immer wieder nach vorn gebeugt, während auch die Hüftbeuger kräftig mitarbeiten. Wer bisher wenig Sport gemacht hat, kann die Bewegung oft noch nicht ausreichend kontrollieren. Wird dann mit Schwung gearbeitet, am Kopf gezogen oder mit fixierten Füßen trainiert, kann das den unteren Rücken unnötig belasten.
Das bedeutet nicht, dass Sit-ups grundsätzlich schädlich sind. Mit der richtigen Technik und ausreichend Kraft können sie durchaus Teil eines Trainings sein. Für den Einstieg gibt es allerdings Übungen, die sich leichter kontrollieren lassen.
Viele denken beim Bauchtraining sofort an ein Sixpack. Dabei steckt hinter einer starken Körpermitte viel mehr als nur ein sichtbarer Waschbrettbauch. Zum sogenannten Core gehören neben den Bauchmuskeln auch tiefer liegende Muskeln rund um Rücken, Becken und Wirbelsäule. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass dein Körper stabil bleibt – beim Sport genauso wie beim Tragen schwerer Einkaufstaschen oder beim Aufstehen.
Wer seinen Rumpf stärken will, sollte deshalb nicht bloß möglichst viele Wiederholungen schaffen. Viel wichtiger ist, Bewegungen sicher und kontrolliert auszuführen.
Du brauchst weder teure Geräte noch ein Fitnessstudio. Schon mit wenigen einfachen Übungen kannst du deine Körpermitte gezielt kräftigen.
Wer gerade erst mit Sport beginnt, muss nicht täglich Bauchübungen machen. Zwei bis drei kurze Einheiten pro Woche sind ein guter Einstieg. Dazwischen braucht die Muskulatur Zeit, sich zu erholen. Entscheidend ist nicht, wie lange du durchhältst oder wie viele Wiederholungen du schaffst. Saubere Bewegungen bringen dir mehr als ein Training mit aller Gewalt. Spürst du dabei Schmerzen im Rücken, solltest du die Übung abbrechen und deine Technik gegebenenfalls von einer Fachperson überprüfen lassen.