Alle drei Monate stellt die stellvertretende Parteiobfrau der Grünen, Alma Zadic, allen Regierungsmitgliedern die Frage nach Kosten für externe Berater, Verträge oder Gutachten. Diesmal deckte sie mit dieser Anfrage einen massiven Anstieg auf.
Exakt 16.310.135,23 Euro steckte die XXL-Regierung von Juli bis September dieses Jahres in externe Beratung. Das sind um satte 6,4 Millionen mehr als im Vorquartal.
Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) ließ sich die Beratung mehr als sechs Millionen Euro kosten, um 5,6 Millionen (!) mehr als im Vorquartal. Ihr Parteichef, Vizekanzler Andreas Babler, steigerte die Ausgaben von vergleichsweise bescheidenen 143.000 Euro auf gleich 2,7 Millionen. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) wiederum gab mit knapp 4,3 Millionen um 2,3 Millionen weniger aus als von April bis Juni. Ebenfalls die Millionen-Marke geknackt hat Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ). Er investierte nach eigenen Angaben rund 1,3 Millionen Euro, um 442.000 Euro mehr als im zweiten Quartal.
Die ÖVP-Familien- und Europaministerin hört offenbar auf die Expertise ihrer eigenen Experten im Bundeskanzleramt. Sie kam mit 33.640 Euro aus. Das ist der geringste Betrag aller Regierungsmitglieder – und das mit Abstand.
Ebenfalls sehr sparsam im Bereich externe Beratung zeigten sich Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) mit Ausgaben von knapp 120.000 Euro und Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) mit knapp 132.000 Euro.
Bei Marterbauers Anfragebeantwortung sticht ein Detail besonders ins Auge – auch wenn es finanziell nicht stark ins Gewicht fällt. Für ein Fotoshooting gönnte sich der Finanzminister die Dienste einer Visagistin. Den Steuerzahler kostete dieses optische Upgrade 456 Euro.
Die Anfrage von Zadic brachte auch ans Licht, dass in mehreren Ministerien Medientrainings und Führungskräftecoachings gang und gäbe sind. Beispiele dafür: das Verteidigungs- und das Finanzministerium.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig ist und war in den vergangenen Monaten mit Troubles in der Spanischen Hofreitschule konfrontiert. So musste etwa der Geschäftsführer gehen, zuletzt tauchten Vorwürfe der Tierquälerei auf. Insofern wirken die 9.000 Euro, die der Minister für Rechtsberatung in diesem Fall ausgegeben hat, fast bescheiden.