Du stehst vor dem Obstregal und kannst dich nicht entscheiden. Links liegen die knackigen, grünen Äpfel, daneben leuchten die roten verführerisch um die Wette. Die einen schmecken herrlich süß, die anderen angenehm säuerlich. Doch während du nach deinem Lieblingsapfel greifst, stellt sich eine überraschende Frage: Ist eine Farbe eigentlich gesünder als die andere?
Eines vorweg: Gesund sind beide Varianten. Äpfel liefern unter anderem Vitamin C, Ballaststoffe und sogenannte Polyphenole. Diese sekundären Pflanzenstoffe helfen dabei, unsere Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Doch rote Äpfel können bei bestimmten Inhaltsstoffen die Nase vorn haben. Wie das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) gegenüber "Öko-Test" erklärt, enthalten rote Sorten häufig mehr Vitamin C und Anthocyane als grüne.
Anthocyane gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und sind für rote bis violette Farbtöne verantwortlich. Sie wirken antioxidativ und können schädliche freie Radikale abfangen. Heißt das also, dass du künftig nur noch rote Äpfel kaufen solltest? Ganz und gar nicht.
Ob Granny Smith, Jonagold oder Boskoop: Wie viele wertvolle Inhaltsstoffe in einem Apfel stecken, hängt vor allem von seiner Sorte ab. Besonders interessant sind laut KErn traditionelle Sorten wie Boskoop, Gravensteiner oder Cox Orange. Sie enthalten häufig größere Mengen an Polyphenolen und anderen sekundären Pflanzenstoffen. Auch Sorten wie Jonagold und Braeburn können mit wertvollen Gerbstoffen punkten.
Viele neuere Züchtungen wurden hingegen verstärkt auf ein ansprechendes Aussehen, einen milden Geschmack und gute Lagerfähigkeit ausgelegt. Wer öfter zu unterschiedlichen, auch älteren Apfelsorten greift, bringt deshalb nicht nur geschmackliche Abwechslung auf den Teller, sondern unterstützt auch die Sortenvielfalt.
Du schälst deinen Apfel lieber, bevor du hineinbeißt? Dann entfernst du ausgerechnet einen besonders wertvollen Teil. Denn in und direkt unter der Schale stecken zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe. Letztere unterstützen die Verdauung und tragen dazu bei, dass wir länger satt bleiben.
Am besten genießt du den Apfel deshalb mit Schale. Wichtig ist nur, ihn vorher gründlich unter fließendem Wasser zu waschen und anschließend trocken zu reiben. So lassen sich Schmutz und ein Teil möglicher Rückstände entfernen.
Neben der Sorte spielt auch die Herkunft eine Rolle. Hier empfiehlt es sich, möglichst regional und saisonal einzukaufen. Kürzere Transportwege können dazu beitragen, dass Obst reifer geerntet werden kann. Noch wichtiger ist allerdings, regelmäßig verschiedene Obst- und Gemüsearten zu essen. Denn kein einzelner Apfel kann sämtliche Nährstoffe liefern, die unser Körper braucht.