Kurz möchte man sich etwas anbraten oder eine Sauce anrühren – doch plötzlich ist man sich nicht mehr sicher, ob das Öl überhaupt noch frisch ist. Während die meisten das ranzige Fett schnell entsorgen, kann dieses jedoch noch anders genutzt werden.
Natürlich kann man einen ersten Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum (= MHD) werfen, aber "das MHD auf Speise-Öl ist, wie bei allen anderen Lebensmitteln auch, nur eine Angabe dazu, bis zu welchem Datum das betreffende Produkt laut Hersteller mindestens unbedenklich genießbar ist", schreibt "oekotest.de".
Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist eine Untergrenze und dient in erster Linie als Orientierungshilfe. Die meisten Produkte können auch nach diesem Stichtag noch problemlos konsumiert werden. Die Seite "foodwaste.ch" schreibt, dass man ein Öl bei korrekter Lagerung bis zu 120 Tage über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus bedenkenlos genießen kann. Das gilt für verschlossene Produkte, die grundsätzlich dunkel und kühl gelagert wurden.
Ist die Ölflasche erst einmal geöffnet, ist diese "je nach Sorte, Lagerung und Produktionsverfahren problemlos zwischen drei und 18 Monaten verwendbar", so "oekotest.de". Je nach Öl variiert nämlich die Haltbarkeit – zum Beispiel sind Leinöl, Walnussöl und Kürbiskernöl reich an ungesättigten Fettsäuren und darum empfindlicher. Sie sind oft nur zwei Monate nach der Öffnung genießbar. Diese Öle kann man im Kühlschrank aufbewahren. Olivenöl kommt nicht in den Kühlschrank und auch nicht auf die Küchenablage, sondern an einen kühlen, dunklen Ort.
Aber egal welches Öl und welche Lagerung: Irgendwann wird jedes schlecht. Das liegt an Oxidationsprozessen aufgrund des Sauerstoffs, die für ungenießbare Substanzen sorgen. Wenn das Öl ranzig wird, merkt man dies vor allem, wenn es säuerlich zum Stinken anfängt oder müffelt. Flockt das Fett oder bildet Schlieren, muss es aber nicht unbedingt schlecht sein: Zum Beispiel Olivenöl kann ausflocken, wenn sich gewisse Pflanzenbestandteile absetzen, die beim Pressen natürlicherweise ins Öl gelangen. Wenn diese also sonst gut riecht und schmeckt, kann man es bedenkenlos verwenden.
Wichtig: Falls das Öl wirklich schlecht geworden ist, sollte man es bloß nicht in den Abfluss kippen, da es die Leitungen verstopfen und die Wasseraufbereitung belasten kann. Kleinere Mengen, zum Beispiel aus der Pfanne, kannst du mit einem Küchenpapier aufsaugen und dieses im Abfall entsorgen. Ganze Flaschen Öl, die schon ranzig geworden sind, sollten in bestimmten Entsorgungszentrum abgegeben werden.
Bevor man das abgelaufene Öl entsorgt, kann man es aber noch für andere Zwecke brauchen: Die Seite "safefood.ch" empfiehlt etwa Oliven-, Raps- oder Kokosnussöl für die Lederpflege. Einigen Tropfen Öl kann man auf ein Handtuch geben und das Leder damit massieren. Den Rest wischt man mit einem Fetzen noch weg, damit keine Flecken zurückbleiben.
Auch Holzbrettchen freuen sich über (ranziges) Öl: Dafür eignen sich besonders Lein- oder Sonnenblumenöl. Reibt man das Schneidebrett damit ein, wird es weniger spröde und die Oberfläche wird versiegelt – und das Brett bleibt länger brauchbar.