In Hollywood und auf Social Media reicht es längst nicht mehr, einfach nur schlank zu sein. Ein neuer Trend macht die Runde: sogenannte "Rich Girl Arms". Schlank, definiert, scheinbar mühelos – und vor allem eines: ein Zeichen für Status. Doch was steckt wirklich dahinter?
Was früher Designerhandtaschen oder teurer Schmuck signalisierten, soll heute der eigene Körper zeigen. Die "Rich Girl Arms" stehen für einen ganz bestimmten Lifestyle: durchtrainierte, aber zarte Oberarme, wie sie Stars wie Taylor Swift, Dua Lipa oder Miley Cyrus präsentieren.
Wer so aussieht, hat offenbar Zeit für regelmäßiges Training, Zugang zu exklusiven Studios und die finanziellen Mittel für aufwendige Wellness-Routinen: Pilates, Tennis, Lymphdrainagen – all das wird Teil eines ästhetischen Gesamtbildes.
Ein Grund für den Trend liegt auch im Wandel der Schönheitsideale: Schlank zu sein, galt lange als Statussymbol. Doch in Zeiten von Abnehmspritzen und schnellen Lösungen verliert dieses Merkmal an Exklusivität. Psychologin Renee Engeln bringt es auf den Punkt: "Wenn Schönheitsideale zu leicht zu erreichen sind, sind sie keine Ideale mehr", erklärt sie im "Time"-Interview.
Wenig überraschend gibt es auf Social Media heftigen Gegenwind: "Körper. Sind. Keine. Trends", betont die Influencerin _thebodyedition in einem Video. Sie kritisiert, dass damit die gleichen ungesunden Ideale wie Anfang der 2000er-Jahre wieder hochgeholt werden – nur diesmal als Wellness-Trend verpackt.
Auch Content Creatorin Siya findet klare Worte: "Wisst ihr, was der Welt gefehlt hat? Ein weiterer Weg, den Wert einer Frau darauf zu reduzieren, wie definiert sie in einem Kleid aussieht."
Sie stört sich daran, dass suggeriert wird, Frauen sollen zwar viel Geld in Fitness investieren, aber ihre Einkäufe dann nicht mehr selbst tragen. Ihre Follower sehen das ähnlich: "Ich trage meine eigenen Einkäufe und Koffer und bin stolz darauf", schreibt jemand. "Mir wird schlecht", meint ein anderer User.
Es gibt aber auch positive Stimmen: Fitness-Influencerin Meenal freut sich, dass jetzt Disziplin und Training statt teurer Taschen als Statussymbol gelten. "Du motivierst mich damit" und "das ist richtig", kommentieren ihre Follower.
Nur in einem der 38 Kommentare wird darauf hingewiesen, was in der Diskussion oft übersehen wird: "Es geht nicht darum, dass schlanke Oberarme frauenfeindlich sind. Der Schönheitstrend zu schlanken Oberarmen ist es. Es wird wieder ein Ideal gesetzt, das für viele Frauen nicht erreichbar ist."