Ein neues Schönheitsideal bahnt sich durch TikTok und OP-Säle, nämlich der "Skinny BBL". Weg von üppigen Kurven, hin zu einer optimierten Silhouette, die so unauffällig wie möglich wirken soll. Was wie das Gegenteil des typischen "BBL" klingt, wird gerade zur begehrtesten Beauty-Op überhaupt.
Der klassische "BBL" (= "Brazilian Butt Lift") der vergangenen Jahre stand für Fülle, Rundungen und Präsenz. Nun möchte man Konturen, die so subtil sind, dass sie im besten Fall niemand bemerkt. Unter dem Hashtag #skinnybbl teilen Influencer ihre Erfahrungen zum Eingriff, die das Volumen reduzieren oder den Po nur minimal liften soll.
Promis treiben den Hype um die Trend-OP mit voran: Stassie Karanikolaou, US-Influencerin und Kylie Jenners beste Freundin, machte ihren "Skinny BBL" öffentlich und löste damit eine Welle an Umkehrbehandlungen aus. "Meiner Meinung nach sieht dieser Po schön, gestrafft und kleiner aus, meint die Content Creatorin auf TikTok.
Der "Skinny BBL" gilt als die chirurgische Version von "Quiet Luxury": weniger sichtbar, weniger plakativ, aber genauso optimiert. Gegenüber "Dazed" verrät Karanikolaous Chirurg Joshua Jacobson: "Alle, die zu mir kommen, sagen, dass sie nicht übertrieben oder unecht aussehen wollen. Die Leute wollen nicht, dass jemand merkt, dass sie etwas haben machen lassen; sie wollen einfach nur besser aussehen."
Zugleich beschreibt Schönheit-Expertin Jessica DeFino, im "Dazed"-Interview, den "Skinny BBL" als Ausdruck eines tiefen Widerspruchs: Der gesellschaftliche Druck zur Optimierung wächst, gleichzeitig soll diese unsichtbar bleiben. Ultra-schlanke Ästhetik, konservativere Modetrends und die Rückkehr zu "reineren", abgeschwächten Schönheitsbildern machen sich im Netz sichtbar. Der "Skinny BBL" ist nicht nur eine körperliche Veränderung, sondern oft auch eine Abkehr von Merkmalen, die lange mit kurvigeren Körpern assoziiert wurden – jene Silhouetten, die die "BBL"-Ära prägten.
Als US-Unternehmerin und Reality-Star Kim Kardashian, das Paradebeispiel des üppigen "BBL"-Trend, ihren Körper sichtbar verschlankte, begann das Schönheitsideal im Netz langsam zu kippen. Gleichzeitig sorgten der Ozempic-Boom, die "Clean-Girl"-Ästhetik und ein allgemeiner Trend hin zu schlichteren, konservativeren Körperbildern dafür, dass extreme Kurven ihren Status verloren. Was zuvor als selbstbewusst und begehrt galt, wurde plötzlich als "zu viel" wahrgenommen. Übrig blieb ein neues Ideal: ein schlanker, straffer, nahezu unkenntlich optimierter Körper – genau der Look, den der "Skinny BBL" bedient.