Zwischen Wellness und Wohnen

Hype um Holz – warum die Zirbe so gefeiert wird

Zirbenholz verspricht Ruhe, Duft und Schutz vor Ungeziefer. Ein Salzburger Zirbentischler erklärt "Heute", was das Alpenholz wirklich kann.
Artiola  Zhabota
07.12.2025, 07:04
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Zirbenholz erlebt einen echten Hype: In sozialen Medien feiern User Betten, Brotdosen und Duftkissen aus dem Alpenholz – oft mit dem Versprechen, es beruhige, verbessere den Schlaf und sorge für frische Luft im Raum. Doch wie viel davon stimmt wirklich? Und was macht Zirbe so besonders? "Heute" hat mit Thomas Reithofer, einem Zirbentischler aus Salzburg, gesprochen. Er verarbeitet das Holz in dritter Generation und weiß, was es kann, wie es wirkt und warum Kunden gerade jetzt so begeistert darauf reagieren.

Trend im Netz - und im Verkauf

Zirbe ist längst nicht mehr nur in Almhütten zu finden, sondern im urbanen Schlafzimmer, in Designer-Lofts und auf Social Media. Reithofer spürt das deutlich im Alltag: "Die Wertschätzung für natürliche Materialien habe sich stark verändert", erzählt er. Viele Kunden suchen ganz bewusst nach Handwerksbetrieben, "die diesen Zeitgeist umsetzen können".

Entsprechend sei die Nachfrage nach Zirbenholz-Produkten in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Besonders gefragt sind Schlafzimmermöbel wie Betten, Nachttische, Kästen. Bei den kleinen Produkten führen Brot- und Butterdosen die Bestsellerliste an.

Was Zirbenholz für die Gesundheit tun kann

Der größte Mythos rund um Zirbe: Sie soll gesünder machen. Ganz so einfach ist es nicht, aber es gibt einige interessante Effekte. Laut Studien kann Zirbenholz die Herzfrequenz in Ruhe leicht senken und damit den Körper entspannen. Viele Menschen berichten, dass sie in einem Zirbenzimmer besser und tiefer schlafen, sich am Morgen erholter fühlen und "runterkommen", sobald sie den Raum betreten. Der Effekt ist kein Wundermittel, aber ein sanfter, spürbarer Beitrag zu mehr Ruhe.

Eine wichtige Rolle spielen die ätherischen Öle der Zirbe, vor allem der Inhaltsstoff Pinosylvin. Sie sorgen nicht nur für den typischen Duft, sondern wirken auch leicht antibakteriell. Auf Oberflächen aus Zirbe können sich bestimmte Bakterien schlechter vermehren – das macht das Holz interessant für Schlafzimmer, Vorratsdosen oder Kästen.

Auch fürs Raumklima bringt Zirbe Vorteile: Das Holz nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf und gibt sie langsam wieder ab. So können Räume ausgeglichener wirken, ohne dass man ständig lüften oder nachbefeuchten muss.

Ungeziefer hassen den Geruch

Hält das Holz wirklich Ungeziefer fern? Die Antwort ist: teilweise ja – aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Die ätherischen Öle wirken auf bestimmte Schädlinge abschreckend. Kleidermotten etwa mögen Pinosylvin gar nicht – Kleiderkästen und Truhen aus Zirbe traditionell genau dafür gebaut. Manche Insekten und Käfer meiden starke Harz- und Holzöle – Zirbe kann hier also leicht abschreckend wirken.

Gegen größere Plagegeister wie Mäuse hilft der Duft hingegen nicht zuverlässig. Und generell gilt: Zirbe ist präventiv, nicht "vernichtend". Sie reduziert das Risiko, ersetzt aber keinen professionellen Schädlingsschutz, wenn bereits ein ernster Befall da ist.

Wichtig ist auch die Intensität: Je frischer das Holz, je unbehandelter die Oberflächen oder je mehr Späne und Zirbenöl im Spiel sind, desto stärker der Effekt. Ein alter, lackierter Schrank riecht – und wirkt – deutlich weniger als frisch geschliffene Zirbenmöbel.

{title && {title} } AZ, {title && {title} } 07.12.2025, 07:04
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