Die U-Bahn kommt erst in vier Minuten, die Bim ist wieder einmal voll und im Bus ist kein Sitzplatz frei: In Wien wird über die Öffis gerne geraunzt. Doch wer schon einmal in einer fremden Großstadt verzweifelt auf den nächsten Zug gewartet oder sich durch endlose Staus gekämpft hat, weiß: So schlecht haben wir es eigentlich nicht. Ein internationales Ranking liefert jetzt den Beweis.
Für sein weltweites Ranking hat das Stadt- und Kulturmagazin "Time Out" mehr als 24.000 Menschen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln in ihrer Stadt befragt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Wien landet auf dem hervorragenden siebten Platz. Ganze 90,3 Prozent der befragten Wiener bewerten ihre Öffis als gut oder sogar exzellent. Damit spielt die Bundeshauptstadt international ganz vorn mit. Und das, obwohl die gestiegenen Ticketpreise zuletzt für reichlich Diskussionen gesorgt haben.
An der Weltspitze steht Taipeh in Taiwan. Dort sind beeindruckende 95 Prozent der Einheimischen mit ihren Öffis zufrieden. Besonders die sauberen Stationen, geordneten Einstiegsbereiche und die zuverlässige U-Bahn überzeugen. Auf Platz zwei folgt Singapur mit 93,5 Prozent Zustimmung. Die Metropole punktet mit einem engmaschigen Bahnnetz und einem öffentlichen Verkehrssystem, das täglich Millionen Menschen befördert.
Den dritten Rang sichert sich Hongkong: Hier sorgen U-Bahnen, Busse, Straßenbahnen und Fähren dafür, dass man auch ohne eigenes Auto bequem unterwegs ist.
Vor Wien landen außerdem Edinburgh, Seoul und Zürich. Direkt hinter der österreichischen Hauptstadt folgen Tallinn, Helsinki und Medellín. Dass sich Wien international nicht verstecken muss, zeigen auch die Fahrgastzahlen: Mehr als 903 Millionen Fahrten wurden 2025 mit U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen der Wiener Linien verzeichnet. Auch bei den Jahreskarten gab es einen Verkaufsrekord.
Natürlich läuft auch in Wien nicht immer alles rund. Verspätungen, volle Garnituren und steigende Preise gehören für viele Fahrgäste zum Alltag – doch im weltweiten Vergleich schneidet das Wiener Öffi-Netz ausgesprochen gut ab. Vielleicht ist die nächste Wartezeit auf die Bim also auch eine Gelegenheit, sich daran zu erinnern: Was wir im Alltag oft für selbstverständlich halten, ist anderswo alles andere als normal.