Welt-HPV-Tag

8 von 10 betroffen – die größten HPV-Mythen im Check

HPV gehört zu den häufigsten Infektionen weltweit. Und trotzdem halten sich falsche Annahmen hartnäckig.
Heute Life
04.03.2026, 16:19
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HPV ist eines dieser Themen, über das viele schon einmal gehört haben, aber nur wenige wirklich Bescheid wissen. Spätestens beim Frauenarzttermin, beim Thema Impfung oder in Gesprächen über Vorsorge taucht der Begriff auf. Dabei betrifft das Virus deutlich mehr Menschen, als viele denken: Acht von zehn sexuell aktiven Personen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV. Trotzdem halten sich rund um die Infektion zahlreiche Missverständnisse. Zum Welt-HPV-Tag lohnt sich daher ein genauer Blick auf die häufigsten Mythen rund um das Virus.

Mythos 1: HPV betrifft nur Frauen

Viele verbinden HPV automatisch mit Gebärmutterhalskrebs – und denken deshalb, das Virus sei ausschließlich ein Thema für Frauen. Tatsächlich können sich jedoch alle Menschen infizieren: HPV betrifft Männer genauso wie Frauen. Neben Genitalwarzen können bestimmte HPV-Typen auch Krebsarten im Analbereich oder im Mund- und Rachenraum auslösen.

Mythos 2: Kondome schützen vollständig

HPV wird in erster Linie beim sexuellen Kontakt übertragen. Deshalb glauben viele, Kondome würden zuverlässig vor einer Ansteckung schützen: Sie sind zwar eine wichtige Schutzmaßnahme, verhindern eine Übertragung aber nicht vollständig.

Der Grund: HPV kann auch durch engen Hautkontakt im Intimbereich übertragen werden. "Kondome sind wichtig, bieten aber keinen vollständigen Schutz, da HPV auch über engen Hautkontakt übertragen werden kann", erklärt Frauenärztin Birgit Neuböck. Faktoren wie ein geschwächtes Immunsystem oder häufig wechselnde Sexualpartner können das Risiko zusätzlich erhöhen.

Mythos 3: In einer festen Beziehung besteht kein Risiko

Wer in einer langfristigen Partnerschaft lebt, fühlt sich oft sicher, doch auch hier kann eine HPV-Infektion auftreten: Das Virus kann über längere Zeit im Körper bleiben, ohne Beschwerden zu verursachen. Eine Ansteckung kann deshalb auch aus einer Zeit vor der aktuellen Beziehung stammen. Das Virus kann in dieser Phase unbemerkt bleiben und später an die Partnerin oder den Partner weitergegeben werden.

Mythos 4: Einmal HPV, immer HPV

Die Diagnose sorgt bei vielen Betroffenen für große Verunsicherung. Häufig besteht die Angst, das Virus für immer im Körper zu behalten, doch das stimmt so nicht: "Meine Patientinnen und Patienten glauben oft, HPV wird man nie wieder los. Dieser Gedanke ist natürlich sehr beunruhigend", so Neuböck.

Tatsächlich existieren viele verschiedene HPV-Typen, und zahlreiche Infektionen heilen von selbst wieder ab. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, wie ein PAP-Abstrich bei der Frauenärztin, sind dennoch wichtig, um mögliche Zellveränderungen frühzeitig zu erkennen.

Mythos 5: Eine Infektion merkt man sofort

Viele gehen davon aus, dass eine HPV-Infektion sofort Beschwerden verursacht, doch genau das ist meist nicht der Fall: Häufig verläuft die Infektion völlig ohne Symptome. Gerade diese Unauffälligkeit macht das Virus so tückisch: Betroffene können HPV weitergeben, ohne zu wissen, dass sie infiziert sind. Deshalb spielen regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen eine zentrale Rolle.

Vorsorge bleibt der beste Schutz

Neben der Aufklärung gibt es wirksame Möglichkeiten zur Prävention. Eine zentrale Rolle spielt die HPV-Impfung. In Österreich ist sie bis zum vollendeten 21. Lebensjahr kostenlos verfügbar. Auch regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen sind entscheidend: Sie können Veränderungen früh erkennen und damit helfen, mögliche Erkrankungen rechtzeitig zu behandeln.

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.03.2026, 16:19
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