Das Körberl ist bereit, die Wanderschuhe sind geschnürt und zwischen feuchtem Moos leuchtet plötzlich der erste Schwammerlhut hervor. Gerade im Herbst zieht es wieder viele in den Wald. Doch zwischen Fund und Schwammerlgulasch kann einiges schiefgehen – und manche Fehler sind deutlich gefährlicher als andere.
Wer selbst sammelt, sollte deshalb nicht nur wissen, welche Schwammerl essbar sind, sondern auch, wie man sie richtig transportiert, lagert und zubereitet.
Der gefährlichste Fehler passiert schon beim Pflücken: Ein essbares Schwammerl kann einem giftigen Doppelgänger zum Verwechseln ähnlich sehen. Sammle deshalb ausschließlich Arten, die du zweifelsfrei bestimmen kannst. Gerade Anfänger sollten sich zunächst auf wenige Arten konzentrieren und idealerweise mit erfahrenen Sammlern losziehen. Bei Unsicherheit gilt: stehen lassen und eine Pilzberatungsstelle beziehungsweise Fachleute fragen.
Foto machen, hochladen und schon weiß das Handy, was im Körberl liegt? So einfach ist es leider nicht. Bestimmungs-Apps können Hinweise liefern, aber keine sichere Pilzbestimmung ersetzen. Ein Foto erfasst etwa Geruch, Konsistenz oder bestimmte Merkmale nicht zuverlässig. Bei potenziell giftigen Verwechslungen kann ein falsches Ergebnis fatale Folgen haben.
Viele Schwammerl lieben Feuchtigkeit und milde Temperaturen. Besonders gute Chancen gibt es deshalb häufig nach feuchten Tagen, wenn anschließend etwas Wärme folgt. Auch ausreichend Tageslicht ist wichtig: Im Halbdunkel lassen sich entscheidende Merkmale schlechter erkennen. Zudem darf nicht überall gesammelt werden – in Schutzgebieten können entsprechende Verbote gelten.
Was viele unterschätzen: Schwammerl gehören nicht in ein luftdichtes Plastiksackerl. Darin können sie schnell feucht und matschig werden und leichter verderben. Besser eignet sich ein luftdurchlässiges Körberl: So werden die empfindlichen Fruchtkörper außerdem weniger gequetscht.
Auch bei einem Traumfund sollte nicht alles mitgenommen werden: Sammle nur so viel, wie du tatsächlich für den Eigenbedarf benötigst, und beachte die jeweils geltenden Sammelregeln.
Beim Ernten sollte zudem möglichst wenig Boden beschädigt werden. Unter der Erde befindet sich das weit verzweigte Myzel, der eigentliche Pilzorganismus. Ob ein Fruchtkörper abgeschnitten oder vorsichtig herausgedreht werden sollte, hängt auch davon ab, ob er noch bestimmt werden muss – wichtige Merkmale können an der Stielbasis sitzen.
Auch ein sicher bestimmter Speisepilz gehört nicht automatisch roh auf den Teller. Viele Wildpilze sind roh unverträglich oder enthalten Stoffe, die erst durch ausreichendes Erhitzen unschädlich werden. Deshalb gilt: Wildpilze grundsätzlich gut durchgaren und artspezifische Empfehlungen beachten. Frische Funde solltest du möglichst rasch verarbeiten und bis dahin kühl lagern.
Treten nach einer Schwammerlmahlzeit Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schweißausbrüche oder Benommenheit auf, sollte eine mögliche Pilzvergiftung ernst genommen werden. In Österreich hilft die Vergiftungsinformationszentrale unter 01 406 43 43, bei schweren Beschwerden oder einem medizinischen Notfall ist die Rettung zu verständigen.