Bei manchen stehen sie bereits in den Badezimmerschränken, andere haben sie im Warenkorb liegen: Die "Milky Toner" sollen streichelzarte Haut, strahlenden "Glow" sowie reichlich Pflege schenken - und sorgen derzeit für einen regelrechten Hype in den sozialen Medien. Dermatologin Sabine Schwarz erklärt "Heute", was die Milch-Toner wirklich leisten können.
Bei dem Milch-Toner handelt es sich "um ein Gesichts-Tonic mit milchiger, leicht cremiger Konsistenz", erläutert Schwarz gegenüber "Heute". "Milky Toner" sind ein "Mischpflegeprodukt" - kombiniert aus einem klassischen Toner und einem leichten Serum oder einer Lotion. Sie besitzen die typischen Funktionen wie ein klassischer Toner, werden aber zusätzlich mit pflegenden und feuchtigkeitsspendenden Wirkstoffen "zu einer leichten Emulsion fusioniert."
Für Schwarz handelt es sich bei dem Trend-Produkt um einen "Toner mit Pflegebonus": "In der Hautpflege stecken nicht nur feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe und pflegende Lipide und Ceramide, sondern auch oft Cica, Niacinamide oder sogar sanfte Fruchtsäuren."
Dem "Milky Toner"-Hype ist zum Teil auch Influencerin und US-Model Hailey Bieber zu verdanken. Die Frau von Justin Bieber lancierte vor zwei Jahren mit ihrer Beauty-Marke rhode ihre Version des Milch-Toners, nämlich der "Glazing Milk". Mit dem Launch löste sie den Trend auf Social Media endgültig aus.
Innerhalb kürzester Zeit überschwemmten Clips mit porzellanartiger Haut, inspiriert von Biebers eigener "Glazed Donut"-Ästhetik, die Social Media-Feeds. Während Influencer vom Hautpflege-Produkt schwärmten, klagten User über Pickelausbrüche und fungaler Akne.
Wer fettige Haut besitzt, mit Unreinheiten oder sogar mit Akne zu kämpfen hat, sollte lieber von den Milch-Tonern die Finger lassen: "Bei diesen Hauttypen können allzu reichhaltige 'Milky Toner' komedogen oder gar entzündungsfördernd wirken!", warnt die Ärztin. Für diejenigen empfiehlt sie eher leichte Gel-Toner oder Tonika mit antibakteriellen und talg-reduzierenden Wirkstoffen. Das Gleiche gilt bei "überpflegter" und unreiner Haut: "Hier kann ein Milch-Toner ebenfalls das Gleichgewicht verschlechtern", so Schwarz.
Für die Hautärztin gilt: "Ein Milch-Toner ist kein Muss, aber eine sinnvolle Ergänzung für trockene, empfindliche oder reife Haut, um die Barriere zu stärken und Feuchtigkeit einzuschleusen. Für fettige oder 'Akne'-Haut ist ein klassischer, leichter Toner – mit Niacinamide, Zink oder Salicylsäure – aber meist die bessere Wahl."