Ein bisschen wild, ziemlich auffällig und garantiert nichts für Langweiler: Auf TikTok feiert gerade ein Haartrend sein Comeback, den viele noch aus den 2000er-Jahren kennen. Statt klassischer Strähnchen ziehen sich plötzlich dicke, kontrastreiche Streifen durchs Haar. Das Ergebnis erinnert ausgerechnet an einen Waschbärenschwanz.
Auch Musikerin Anna Zoe zeigt ihren "Raccoon Hair"-Look auf TikTok – und begeistert damit die Community. Doch wie alltagstauglich ist die außergewöhnliche Frisur wirklich? Zwei Wiener Friseursalons verraten "Heute", was hinter dem Hype steckt.
Mit ihrem gestreiften Haar sorgt Anna Zoe auf TikTok für Begeisterung. Unter ihrem Video sammeln sich Kommentare wie "#diva", "Hat was" und "Wie geil ist das denn wow". Ein User fragt sogar: "Wieso haben das nicht mehr Frauen? Das sieht richtig gut aus".
Der Look ist allerdings alles andere als neu: Schon in der Emo- und Scene-Szene der 2000er-Jahre waren die auffälligen Querstreifen beliebt. Jetzt erlebt die Frisur in den sozialen Medien ein Revival.
Im Wiener Salon GingerLemon kennt man den Trend bereits länger. Hairstylist Danny van Tuijl erzählt gegenüber "Heute", dass die Nachfrage vor allem vor zwei bis drei Jahren deutlich gestiegen sei. Auch TikTok spielt dabei eine Rolle: Kundinnen bringen Bilder und Videos als Inspiration mit. Im Salon wird der Look anschließend individuell angepasst.
"Farbe kennt kein Alter", betont van Tuijl. Er möchte Menschen dazu ermutigen, sich auch an ungewöhnliche Frisuren heranzuwagen. Dass plötzlich alle dieselbe Haarfarbe tragen, glaubt er allerdings nicht: "Wir bei GingerLemon glauben nicht an große Trends. Eigentlich entstehen heute nur noch Microtrends."
Was auf TikTok nach einem schnellen Styling aussieht, ist in Wirklichkeit ziemlich aufwendig. Das Wiener MACA Hairstudio empfiehlt für den Look Haare, die mindestens über das Schlüsselbein reichen. Erst dann kommen die waagrechten Streifen besonders gut zur Geltung. Damit die Kontraste sauber aussehen, müssen einzelne Haarpartien präzise abgeteilt und gefärbt werden. Besonders knallige Farben kosten Zeit und brauchen viel Pflege.
Wer jetzt selbst zur Haarfarbe greifen möchte, sollte lieber zweimal überlegen. Das MACA Hairstudio warnt ausdrücklich vor dem Selberfärben: "Kein DIY-Projekt." Denn gleichmäßige Streifen sind schwieriger hinzubekommen, als sie aussehen. Dazu kommt, dass sich bunte Farben oft schnell auswaschen und regelmäßig aufgefrischt werden müssen.
Auch van Tuijl rät, einen spezialisierten Salon aufzusuchen. Welche Technik infrage kommt, hängt unter anderem von Haarstruktur, Ausgangsfarbe und gewünschtem Kontrast ab.
So begeistert die TikTok-Community auch ist – zum neuen Standardlook dürfte "Raccoon Hair" vorerst nicht werden: "Natürlich wird das jetzt nicht das neue Balayage werden", sagt van Tuijl mit einem Augenzwinkern. Auch das MACA Hairstudio sieht die gestreifte Frisur eher als Statement für Menschen, die gerne auffallen.