Rattenschwanz-Revival

"Fehler" – kehrt diese verpönte Frisur wieder zurück?

Eine Frisur, die viele lieber vergessen hätten, sorgt wieder für Gesprächsstoff. Wiener Herrenfriseure finden im "Heute"-Interview deutliche Worte.
13.10.2026, 16:32
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Manche Frisuren verschwinden nie ganz, sie warten nur auf ihren nächsten großen Auftritt. Was früher auf Schulhöfen für Aufsehen sorgte und später auf alten Klassenfotos für Schmunzeln, baumelt plötzlich wieder an so manchem Hinterkopf – die Rede ist vom Rattenschwanz: Ein Haarschnitt, den viele längst in die modische Mottenkiste verbannt hatten, bekommt nun wieder Aufmerksamkeit. Doch ist die eigenwillige Frisur tatsächlich bereit für ein Comeback?

Vom Frisuren-Fauxpas zum Hingucker

Das Markenzeichen ist unverkennbar: Während die Haare am restlichen Kopf kurz geschnitten oder abrasiert sind, bleibt im Nacken eine auffällig lange Strähne stehen. Mal geflochten, mal gefärbt, manchmal sogar mit Perlen verziert. Haarhistorikerin Rachael Gibson bezeichnet den Rattenschwanz gegenüber "The Cut" als den "weniger beliebten kleinen Bruder des Vokuhilas".

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

In New York beobachtet Friseur Mitch Wolf bereits, dass sich manche Kunden ihren Vokuhila zum Rattenschwanz umstylen lassen. Auch Sänger Troye Sivan trägt den ausgefallenen Look: Seine lange Strähne sitzt leicht seitlich am Hinterkopf und macht die Frisur zum bewussten Hingucker.

Wiener Barbiere bremsen den Hype

Doch schwappt der ungewöhnliche Frisuren-Trend auch nach Österreich? "Heute" hat beim Team von "The District Barber" in Wien nachgefragt. Die Antwort fällt überraschend eindeutig aus: "Vereinzelt sieht man den Rattenschwanz wieder, von einem breiten Comeback würden wir derzeit aber nicht sprechen", erklärt das Team gegenüber "Heute". Im Salon sei der ausgefallene Schnitt bislang eher eine Seltenheit.

Diese Männer tragen den Rattenschwanz

Eine typische Altersgruppe lässt sich laut den Wiener Profis kaum festmachen. Grundsätzlich könne der Schnitt von Männern unterschiedlichen Alters getragen werden: Tendenziell seien es allerdings jüngere Männer, die sich für den auffälligen Look entscheiden. Besonders bei Jugendlichen und Männern bis etwa 30 Jahren spiele häufig der Wunsch eine Rolle, sich von der Masse abzuheben und einen ganz eigenen Stil zu entwickeln.

Auch Prominente, Fußballer und soziale Medien könnten dazu beitragen, dass längst vergessene Frisuren plötzlich wieder Aufmerksamkeit bekommen. Ob daraus tatsächlich ein dauerhafter Trend entsteht, stehe jedoch auf einem anderen Blatt.

"Eine Frisur, die von Anfang an ein Fehler war"

Dass der Rattenschwanz bald wieder Österreichs Straßen erobert, halten die Wiener Barbiere jedenfalls für unwahrscheinlich. Einige aus dem Team finden sogar ziemlich deutliche Worte: "Eine Frisur, die von Anfang an ein Fehler war", lautet etwa die Einschätzung eines Friseurs. Ein anderer hofft wiederum, dass der ausgefallene Schnitt kein großer Trend wird.

Das gemeinsame Fazit des Teams fällt wenig begeistert aus: "Der Rattenschwanz bleibt für uns – Gott sei Dank – aktuell eher eine ausgefallene Nischenfrisur als ein Mainstream-Look."

Ob der Rattenschwanz tatsächlich ein zweites großes Leben bekommt, bleibt also abzuwarten. Eines hat die eigenwillige Frisur aber schon jetzt geschafft: Sie sorgt wieder für Gesprächsstoff – und das mit gerade einmal einer einzigen Haarsträhne.

AZ, 13.10.2026, 16:32
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