Von Ohrwurm zu Duftwolke

Warum Stars plötzlich wieder eigene Parfums machen

Der Duft der 2000er ist zurück – zumindest als Geschäftsidee. Eine neue Generation von Musikstars entdeckt Promi-Parfums für sich.
29.10.2026, 07:17
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Low-Waist-Jeans, glänzende Lippen und auffällige Accessoires: Die Ästhetik der 2000er-Jahre ist längst wieder im Alltag angekommen. Auf Social Media werden frühere Beauty- und Modetrends neu interpretiert, während Marken gezielt mit Nostalgie spielen. Nun rückt auch ein Geschäft wieder stärker in den Mittelpunkt, das schon vor Jahren zum festen Bestandteil der Popkultur gehörte: Parfums mit dem Namen eines Stars.

Als Popstars im Parfumregal standen

In den späten 2000ern und frühen 2010ern gehörten Promi-Parfums beinahe selbstverständlich zum Geschäft mit der eigenen Marke. Christina Aguilera brachte 2007 ihren ersten Duft heraus, Justin Bieber folgte 2011 mit "Someday". Später standen auch Rihanna mit "RiRi" und Ariana Grande mit "Ari" in den Parfumregalen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Die Produkte richteten sich häufig an ein junges Publikum: Neben dem Duft selbst spielten die Verpackung, das Image des Stars und die Verbindung zur jeweiligen Fangemeinde eine entscheidende Rolle. Wer ein solches Parfum kaufte, entschied sich also nicht nur für einen bestimmten Geruch, sondern auch für ein Stück Popkultur.

Tate McRae greift den Trend wieder auf

Dass dieses Konzept weiterhin funktioniert, zeigt Popstar Tate McRae. Nachdem sie ihr erstes Parfum auf Social Media angedeutet hatte, stellte sie Anfang Oktober 2026 ihren Duft "Tate 01" vor. Die Kreation kombiniert unter anderem Bergamotte, florale Noten, Amber und Sandelholz. Optisch setzt McRae auf einen deutlich reduzierteren Auftritt als viele der auffälligen Promi-Parfums vergangener Jahre.

Auch Deutschrapper Reezy steigt ein

Ein ähnliches Konzept verfolgt die Duftmarke Bruno Banani: Im September präsentierte sie gemeinsam mit dem Frankfurter Rapper und Produzenten Reezy eine Limited Edition. Dabei fungiert der Musiker nicht nur als Werbegesicht. Nach Angaben der Marke war er an der Entwicklung der beiden Düfte "Oud Seduce" und "Blossom Diaries" sowie an Namensgebung und Design beteiligt.

Für Reezy hat die Zusammenarbeit auch eine persönliche Komponente: "bruno banani gibt mir Flashback-Momente. Damit bin ich aufgewachsen!", sagt er. Die Kooperation wird außerdem in seine "Call It 2 Night"-Tour eingebunden.

Mehr als nur ein nostalgisches Comeback

Dass Star-Parfums wieder Aufmerksamkeit bekommen, passt zum anhaltenden Y2K-Revival. Doch ganz verschwunden waren sie nie. Ariana Grande etwa hat ihr Duftgeschäft über Jahre weitergeführt. Neu ist vor allem, wie solche Produkte präsentiert werden: Während früher oft das Gesicht eines Stars auf der Verpackung als Verkaufsargument genügte, rücken heute persönliche Geschichten, kreative Beteiligung und die Vermarktung über Social Media stärker in den Vordergrund.

Für Musiker bietet ein eigener Duft die Möglichkeit, ihre Marke über die Musik hinaus auszubauen. Für Fans entsteht ein Produkt, das sich unmittelbar in den Alltag integrieren lässt.

AZ, 29.10.2026, 07:17
Weitere Storys