Du öffnest Instagram eigentlich nur für ein paar Minuten – und plötzlich sitzt du gedanklich in einer Strandbar, wanderst durch die Berge und stehst irgendwo in Asien unter blühenden Bäumen. Während Freunde und Influencer scheinbar pausenlos die schönsten Ecken der Welt entdecken, bleibt vor allem eine Frage offen: Wo lohnt sich die nächste Reise wirklich?
Eine Antwort darauf liefert der neue "Travel & Tourism Development Index 2026" des Weltwirtschaftsforums (WEF): Statt Sonnenuntergänge und Hotelpools zu bewerten, untersucht er, wie gut Länder für einen langfristig erfolgreichen Tourismus aufgestellt sind.
Mit 5,17 Punkten schafft es Frankreich auf Platz fünf. Kaum überraschend: Weltberühmte Städte und Kulturdenkmäler treffen hier auf abwechslungsreiche Landschaften und eine seit Jahrzehnten gewachsene touristische Infrastruktur. Hinzu kommt ein dichtes Verkehrsnetz, das Reisenden das Weiterkommen erleichtert. Im Vergleich zu 2024 muss Frankreich allerdings einen Platz abgeben.
Australien verbessert sich gleich um zwei Positionen und landet mit 5,18 Punkten auf Platz vier. Seit 2024 ist sein Indexwert laut WEF um 3,5 Prozent gestiegen. Zu den großen Stärken gehören die spektakulären Naturlandschaften. Gleichzeitig profitiert das Land vom starken Comeback des Tourismus im asiatisch-pazifischen Raum. Die enorme Entfernung schreckt Reisende offenbar nicht davon ab, den langen Flug auf sich zu nehmen.
Sonne, Meer, Tapas, Kultur und Städte, in denen man sich problemlos tagelang verlieren kann: Spanien bringt vieles mit, was ein klassisches Urlaubsland ausmacht. Mit 5,22 Punkten landet es diesmal auf Rang drei und verliert damit zwei Plätze.
Gleichzeitig zeigt Spanien eine der großen Herausforderungen erfolgreicher Reiseziele. In besonders stark besuchten Regionen gab es immer wieder Proteste gegen die Folgen des Massentourismus. Wachstum allein reicht also längst nicht mehr – die Besucherströme müssen auch für die Menschen vor Ort verträglich bleiben.
Nur einen Hundertstelpunkt vor Spanien liegen die USA mit 5,23 Punkten. Ihre große Stärke ist die enorme Bandbreite: New York und Los Angeles auf der einen, Nationalparks und endlose Landschaften auf der anderen Seite.
Dazu kommen zahlreiche Kulturangebote, internationale Wirtschaftszentren und ein riesiger Binnenreisemarkt. Letzterer hilft dabei, die touristische Infrastruktur auch dann auszulasten, wenn die internationale Nachfrage schwankt.
Ganz oben steht 2026 Japan mit 5,27 Punkten. Das Land verbessert sich gegenüber 2024 um zwei Plätze und übernimmt erstmals die Spitzenposition im TTDI. Dabei treffen eine starke Bahn- und Fluginfrastruktur auf ein außergewöhnlich großes Kulturangebot. Gleichzeitig versucht Japan, Reisende stärker über die bekannten Hotspots hinaus auf kleinere Städte und Regionen zu verteilen.
Der Besucherandrang ist schließlich enorm: 2025 kamen insgesamt 42,7 Millionen internationale Gäste nach Japan. Wer Tokio, Kyoto oder Osaka schon länger auf seiner Bucket List hat, befindet sich damit in ziemlich großer Gesellschaft.
Auch Österreich schafft es weit nach vorne: Mit 4,72 Punkten landet es auf Platz 15. Besonders bemerkenswert ist eine einzelne Kategorie: Bei Gesundheit und Hygiene liegt Österreich laut WEF sogar weltweit auf dem ersten Platz. Beim Gesamtwert fällt die Entwicklung allerdings deutlich ruhiger aus. Seit 2024 konnte sich Österreich um 0,7 Prozent verbessern.