Trost mit Kalorien

Bist du ein Stressesser? Was nach dem Frustessen hilft

Nach einem stressigen Tag landet oft automatisch Süßes oder Salziges auf dem Teller. Doch warum greift man gerade dann zu Snacks und was hilft danach?
Heute Life
03.03.2026, 13:20
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Ein anstrengender Tag, Druck im Job, Streit seinen Liebsten – und plötzlich steht nicht mehr das Problem im Mittelpunkt, sondern die geöffnete Snack-Schublade: In belastenden Phasen greifen viele Menschen ganz automatisch zu Süßem oder Fettigem. Nicht aus Hunger, sondern aus einem Bedürfnis nach Trost.

Warum Stress nach Zucker ruft

Stressessen ist nicht bei jedem Menschen gleich stark ausgeprägt, kommt jedoch aus nachvollziehbaren Gründen häufig vor. Kohlenhydrate und Zucker fördern die Ausschüttung von Serotonin und Dopamin: Dabei handelt es sich um Botenstoffe, die für Wohlbefinden sorgen. Essen "aktiviert all diese Lustzentren im Gehirn", verrät Azzaro. "Es bringt Freude im Moment und funktioniert letztlich als Bewältigungsstrategie."

Hinzu kommt die emotionale Prägung: Süßes war oft Belohnung. Geburtstagskuchen, Feiertagsdesserts oder Trost-Schoki – solche Erinnerungen sind positiv abgespeichert.

So verständlich Stressessen ist – problematisch wird es, wenn es zur Hauptstrategie im Umgang mit Druck wird. Azzaro spricht von einer "schnellen Lösung statt einer langfristigen Veränderung zur Stressbewältigung": Kurzfristig hilft es, langfristig löst es das eigentliche Problem nicht.

Studien zeigen, dass Stress oft mit mehr nährstoffarmen Lebensmitteln und weniger gesunden Optionen einhergeht. Die Ernährungsberaterin beschreibt das als "viel essen, aber dabei unterversorgt bleiben": Der Körper bekommt viele Kalorien, aber zu wenig Vitamine, Ballaststoffe und Proteine. Müdigkeit, Völlegefühl oder Verdauungsprobleme können die Folge sein.

Was nach einer stressigen Woche hilft

Die gute Nachricht: Der Körper reguliert sich meist wieder, sobald die Essgewohnheiten stabiler werden. Ein paar Schritte können dabei unterstützen.

1
Nicht ins Extrem kippen
Nach einer Phase des Überessens radikal auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten, ist selten sinnvoll: Mahlzeiten auszulassen oder sich nur von Salaten zu ernähren, führt oft zu neuem Heißhunger. Besser ist ein ausgewogener Neustart mit regelmäßigen Mahlzeiten.
2
Nährstoffe clever kombinieren
Snacks aus reinen Kohlenhydraten sättigen nur kurz. Werden diese mit Protein, gesunden Fetten oder Ballaststoffen kombiniert, wie Cracker mit Hummus oder Apfel mit Nussmus, halten sie den Magen länger voll.
3
Planen statt spontan reagieren
Vorbereitete Mahlzeiten reduzieren die Wahrscheinlichkeit, aus reiner Überforderung zuzugreifen. Gerade in stressigen Phasen können "Meal-Prep"-Gerichte entlasten.
4
Wasser und Ballaststoffe nicht vergessen
Ausreichend trinken und ballaststoffreiche Lebensmittel wie Haferflocken, Chiasamen oder Leinsamen unterstützen die Verdauung und helfen gegen Völlegefühl.

Mit diesen Tipps ernährst du dich unterwegs immer gesund

"Essen ist eine legitime Art, mit Stress umzugehen – und das ist in Ordnung", betont Vincci Tsui, zertifizierte Beraterin für intuitives Essen, gegenüber dem Magazin. Sich zusätzlich zu verurteilen, verstärkt den Stress nur weiter: Wer jedoch merkt, dass Stressessen außer Kontrolle gerät oder in Richtung Fressattacken geht, sollte professionelle Unterstützung in Betracht ziehen.

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