Frisch gewaschen, sorgfältig aufgehängt – und trotzdem riecht die Wäsche alles andere als frisch. Gerade im Winter kennen das viele: Kaum fallen draußen die Temperaturen unter null, wird das Trocknen zur Geduldsprobe. Was wie ein kleiner Alltagsärger beginnt, hat jedoch ganz konkrete Gründe.
Bei Minusgraden verdunstet Feuchtigkeit deutlich langsamer: Wird Wäsche in kalten Räumen oder bei geschlossenen Fenstern getrocknet, bleibt sie oft stunden- oder tagelang feucht. Genau das ist problematisch: Bleibt die Kleidung zu lange nass, haben Bakterien und Keime leichtes Spiel – und der typische Muffgeruch entsteht.
Im Winter wird seltener gelüftet, Fenster bleiben aus Angst vor Kälte geschlossen. Die Folge: Feuchtigkeit staut sich in der Wohnung. Gerade beim Wäschetrocknen ist Luftzirkulation aber entscheidend. Ohne Frischluft kann die Feuchtigkeit nicht entweichen – und die Wäsche trocknet nicht richtig, sondern "steht".
Aus diesem Grund greifen viele zur vermeintlich naheliegenden "Lösung": Sie stellen den Wäscheständer direkt neben den Heizkörper – doch das kann nach hinten losgehen. Warme Luft ohne ausreichenden Luftaustausch trocknet zwar die Oberfläche, im Inneren der Stoffe bleibt aber Feuchtigkeit zurück. Diese Kombination begünstigt unangenehme Gerüche besonders. Besser ist ein mäßig beheizter Raum in Kombination mit regelmäßigem Stoßlüften.
Manchmal beginnt der Muff schon vor dem Trocknen: Niedrige Waschtemperaturen, zu viel Waschmittel oder eine selten gereinigte Maschine führen dazu, dass Bakterien in Trommel und Dichtungen überleben. Die Wäsche riecht dann zwar frisch beim Herausnehmen, entwickelt aber beim langsamen Trocknen einen Gestank.
Handtücher, Jeans oder Hoodies brauchen im Winter besonders lange zum Trocknen: Werden diese zu dicht aufgehängt oder übereinandergelegt, bleibt Feuchtigkeit eingeschlossen. Genau hier entsteht der klassische "nasse Keller"-Geruch. Mehr Abstand zwischen den Wäschestücken hilft oft mehr als zusätzliche Wärme.
Wer muffige Wäsche vermeiden will, sollte auf ein paar Dinge achten: kräftig schleudern, nicht zu voll waschen, regelmäßig lüften und der Wäsche genug Platz geben. Ein Hygienewaschgang oder gelegentliches Waschen bei höheren Temperaturen hält zudem die Waschmaschine sauber.