Die Wäsche stapelt sich, die Zeit ist knapp und die Waschmaschine soll möglichst schnell fertig sein. Also kurzerhand das Kurzprogramm auswählen – schließlich müsste eine kürzere Laufzeit doch auch weniger Strom verbrauchen, oder? Eine neue Umfrage zeigt, wie hartnäckig sich falsche Vorstellungen rund ums Wäschewaschen halten und warum ausgerechnet der vermeintliche Spartrick oft das Gegenteil bewirkt.
Schneller bedeutet nicht automatisch sparsamer. Trotzdem glauben laut einer repräsentativen Umfrage von TQS Research & Consulting im Auftrag des Waschmittelherstellers Werner & Mertz Hallein 32 Prozent der Befragten, dass Kurzprogramme weniger Energie benötigen als Eco-Programme. Weitere 26 Prozent können den Unterschied gar nicht einschätzen: Nur 42 Prozent wissen, dass das Kurzprogramm üblicherweise mehr Strom verbraucht.
Besonders überraschend: Ganze 62 Prozent nutzen Kurzprogramme, um Energie oder Wasser zu sparen. Das Eco-Programm wird dagegen nur von 53 Prozent regelmäßig verwendet. Für die Erhebung wurden 1.000 Menschen zwischen 16 und 65 Jahren in Österreich befragt.
Was zunächst widersprüchlich klingt, hat einen einfachen Grund: Beim Wäschewaschen wird besonders viel Energie benötigt, um das Wasser zu erhitzen. Eco-Programme arbeiten häufig mit niedrigeren Temperaturen und lassen Waschmittel und Mechanik länger wirken. Dadurch kann die Maschine trotz längerer Laufzeit weniger Strom verbrauchen.
Kurzprogramme müssen hingegen in deutlich weniger Zeit ein sauberes Ergebnis liefern. Je nach Gerät und Programm kann dafür mehr Energie nötig sein. Wer es also nicht eilig hat, fährt mit dem passenden Eco-Programm meist sparsamer.
Auch bei der Waschtemperatur halten sich alte Gewohnheiten. Rund jeder vierte Befragte ist überzeugt, dass Handtücher und Bettwäsche nur bei 90 Grad hygienisch sauber werden. Dabei sind solche Temperaturen im normalen Haushalt häufig gar nicht notwendig. Bei gewöhnlich verschmutzter Alltagskleidung reichen oft bereits 20 bis 30 Grad aus. Das wissen immerhin 63 Prozent der Befragten. Tatsächlich waschen 57 Prozent ihre Alltagswäsche oft bei diesen niedrigen Temperaturen.
Allerdings gilt: Bei ansteckenden Erkrankungen oder besonderen Hygieneanforderungen können höhere Temperaturen und geeignete Waschmittel sinnvoll sein. Entscheidend sind die Textilien, die Verschmutzung und die Pflegehinweise.
Ein weiterer Irrtum betrifft die Dosierung. Wer besonders großzügig Waschmittel in die Maschine kippt, bekommt deshalb nicht automatisch sauberere Kleidung. Das haben die meisten bereits verstanden: 84 Prozent halten die Behauptung, mehr Waschmittel bedeute mehr Sauberkeit, für falsch. Trotzdem berücksichtigt mehr als ein Viertel bei der Dosierung nicht ausreichend, wie hart das Wasser ist oder wie stark die Wäsche verschmutzt ist.
Dabei kann eine Überdosierung unnötig Geld kosten und Rückstände begünstigen. Ein Blick auf die Mengenangaben der Verpackung lohnt sich deshalb.
Grundsätzlich ist den Österreichern umweltbewusstes Waschen wichtig. Für 71 Prozent zählen Nachhaltigkeit und Waschleistung gleichermaßen. Auch würden 64 Prozent bei gleicher Reinigungsleistung lieber zu einem umweltverträglicheren Waschmittel greifen. Doch zwischen guten Vorsätzen und tatsächlichem Verhalten klafft eine Lücke: Während 79 Prozent überzeugt sind, dass nachhaltiges Waschen bereits beim Waschmittelkauf beginnt, achten nur 56 Prozent beim Einkauf tatsächlich auf die Umweltverträglichkeit.
Dabei braucht es keine komplizierten Tricks, um bewusster zu waschen. Oft reichen schon kleine Veränderungen im Alltag: Wähle bei geeigneter Wäsche das Eco-Programm, reduziere die Temperatur, wenn es die Textilien und Hygieneanforderungen erlauben, und dosiere das Waschmittel nach Herstellerangaben. Auch eine gut gefüllte, aber nicht überladene Trommel hilft, unnötige Waschgänge zu vermeiden.