Auf Social-Media-Plattformen, vor allem auf TikTok, stoßt man immer wieder auf Videos, in denen Content Creatoren und klassische User von den gesundheitlichen Vorteilen des Okra-Wassers erzählen: Die dickflüssige Lösung soll gegen unreine Haut helfen und die Darm- sowie Vaginalflora unterstützen.
Okra, auch Gemüse-Eibisch genannt, gehört zu einer der ältesten Gemüsepflanzen der Welt. Die Schoten geben beim Kochen Pektin ab, welches für seine schleimige Eigenschaft bekannt ist. In Teilen Afrikas gehört die Okrasuppe zu einem wichtigen Bestandteil der Küche. Auch in Teilen Asiens, aber auch Südeuropas, wird das bohnenähnliche Gemüse in Eintöpfen gerne gekocht.
In den sozialen Medien schwärmen nun Influencer und User von diesem Wunderwasser und das nicht ohne Grund: "Der Schleim in Okra wirkt als Präbiotikum und unterstützt das Wachstum nützlicher Darmbakterien", erklärt April Morgan, Ernährungsleiterin, gegenüber der britischen "Vogue". Die Schoten können auch dabei helfen, die Verdauung richtig anzukurbeln. Außerdem sind sie reich an Antioxidantien, wie Quercetin und Kämpferol, die Entzündungen lindern können.
Auf TikTok mischen sich die Content Creatoren ihr Okra-Wasser selbst an: Influencerin Dani schneidet sich nicht nur die Schoten, sondern auch rote Beete und Karotten zurecht. Danach lässt sie sich aus den frischen Lebensmitteln einen Saft auspressen und kippt diesen in das glitschige Wasser. Während manche sich von dem roten Schleimsaft begeistert zeigen, können sich andere mit der Konsistenz nicht anfreunden: "Wenn ich versuchen würde, das zu trinken, würde es sofort wieder hochkommen", schreibt ein User.
"Okra enthält zudem lösliche Ballaststoffe, die das Darm-Mikrobiom unterstützen. Diese können dem Körper auch dabei helfen, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, indem sie die Aufnahme von Zucker im Verdauungstrakt verlangsamt, während unlösliche Ballaststoffe sich an Cholesterin binden und dessen Ausscheidung aus dem Körper unterstützen", fügt Morgan hinzu.
Das Trendwasser kann Personen dazu animieren, mehr Flüssigkeit zu sich zu nehmen – der Nährstoffgehalt im Getränk ist aber insgesamt minimal. "Der Verzehr des ganzen Gemüses bietet immer die gesamte Bandbreite an Vorteilen, das Wasser ist lediglich eine Ergänzung und bietet eine Strategie, um den Nährwert in der täglichen Flüssigkeitszufuhr zu steigern", so die Ernährungsleiterin.
Wer noch nicht das Okra-Wasser ausprobiert hat, soll langsam damit beginnen: "Am besten fängt man mit einer kleinen Menge an und beobachtet, wie der Körper darauf reagiert", empfehlt Ro Huntriss, Ernährungsberaterin, im "Healthline"-Interview. Personen, die in der Vergangenheit mit Nierenproblemen zu kämpfen hatten, sollten mit einem Arzt abklären, ob diese die Schoten essen können – Okra enthält nämlich Oxalate, die in hohen Mengen zur Bildung von Nierensteinen beitragen können. "Das bedeutet nicht, dass Okra für den Durchschnittsmenschen schädlich ist", betont die Ernährungsberaterin schließlich.