Briefe statt Bildschirmzeit

"Snail Mail" – Gen Z kauft sich jetzt Brieffreunde

Briefe schreiben wie früher? Genau das feiert die Gen Z jetzt im Netz. Warum sich junge Menschen nach den Schneckenpost-Klubs sehnen.
19.05.2026, 08:04
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Zwischen Sprachnachrichten, TikTok und endlosen Chats entdeckt die Gen Z plötzlich etwas wieder, das lange fast ausgestorben schien: echte Briefe. Statt schneller Emojis und kurzer Nachrichten verschicken junge Menschen nun wieder handgeschriebene Texte, kleine Zeichnungen, Sticker oder persönliche Gedanken per Post. Der Trend nennt sich "Snail Mail" – und manche verdienen damit inzwischen sogar mehrere tausend Euro im Monat.

Warum wieder Briefe verschickt werden

Eigentlich galt der klassische Brief längst als Relikt vergangener Zeiten. Für viele bestand der Blick in den Briefkasten zuletzt fast nur noch aus Rechnungen, Werbung oder Behördenpost. Doch genau das scheint den Reiz für viele junge Menschen auszumachen. Statt digitaler Schnelllebigkeit sehnen sich viele Gen-Z-ler nach etwas Persönlicherem und Langsamerem.

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Briefe an völlig Fremde

Besonders spannend: Die Briefe gehen oft gar nicht an Freunde oder Familie. Viele verschicken monatliche Newsletter per Post an fremde Menschen, die dafür bezahlen. In den Umschlägen stecken dann handgeschriebene Texte, kleine Kunstwerke, Collagen, Sticker oder persönliche Geschichten aus dem Alltag.

Warum bezahlen Menschen dafür?

Was zunächst seltsam klingt, boomt mittlerweile auf Social Media. Auf TikTok oder Instagram zeigen Creator liebevoll gestaltete Umschläge, verzierte Briefe oder ganze "Snail-Mail-Clubs". Viele Abonnenten zahlen dafür mehrere Euro pro Ausgabe. Der Grund: Die Briefe wirken persönlicher, kreativer und emotionaler als digitale Inhalte.

Für einige bleibt die Schneckenpost nur ein Hobby, andere machen daraus inzwischen ein Geschäft. Besonders erfolgreiche Creator verschicken regelmäßig ganze Brief-Abos an ihre Community. Teilweise ersetzt der Trend sogar klassische Jobs.

Gegenüber "CNBC" verrät Kiki Klassen, eine "Snail-Mail"-Unternehmerin, dass sie monatlich mit dem Verschicken der Briefe mehr als 3.500 Euro verdient. Pro Ausgabe zahlt man bei ihr 8 US-Dollar

Der Trend passt dabei perfekt zu einer Entwicklung, die sich schon länger zeigt: Viele junge Menschen entdecken plötzlich alte Gewohnheiten wieder: Klapphandys, Digitalkameras oder "analoge" Taschen erleben bereits seit einiger Zeit ein Comeback. Jetzt folgt offenbar auch der handgeschriebene Brief. Ironischerweise wird genau das dann wiederum online geteilt, gefilmt und millionenfach geklickt.

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