Alle Jahre wieder! Nach einer stressigen Zeit während des Jahres steht auch in der Politik zu Weihnachten eine etwas stillere Zeit vor uns. Wir haben bei unseren Politikern nachgefragt, wie sie den Heiligen Abend und die Weihnachtsfeiertage verbringen.
Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Ehefrau Doris Schmidauer sind in dieser Frage sehr stabil. Den Heiligen Abend verbringen sie im kleinen Familienkreis. Traditionellerweise gibt es kalte Platte mit Schinkenrollen und gefüllten Eiern. Der 26. Dezember ist dann ein besonderer Fixpunkt. Die Familie kommt und es gibt Truthahn.
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) feiert heuer bei seiner Tochter in Wiener Neustadt (NÖ). Dabei ist seine Familie. Was auf den Tisch kommt, entscheidet seine Tochter. Fix ist: Man beschenkt sich untereinander. Gesungen wird nicht. "Aber vielleicht werde ich mein Saxophon auspacken", sagt Stocker.
Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) sitzt am Spendentelefon bei "Licht ins Dunkel" ehe er eine ruhige Zeit mit der Familie verbringt. Eine wichtige Familientradition ist das gemeinsame "Stille Nacht"-Singen. Das wird Babler mit seiner Ziehharmonika begleiten. Zum Essen gibt es Rindsrouladen.
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) feiert mit ihrer Familie in Bad Aussee. Zum Zeitpunkt der "Heute"-Anfrage war noch nicht ganz klar, was auf den Tisch kommt. Die Tendenz ging aber Richtung Wild. Traditionell wird gemeinsam musiziert und gesungen.
FPÖ-Chef Herbert Kickl feiert mit seiner Familie in Niederösterreich. Zuvor ist er bei der "Freiheitlichen Weihnacht" in der Lugner City. Dort gibt es Gratis-Gulasch. Zur Bescherung daheim gehören Weihnachtslieder vor dem Christbaum fix dazu. Das Singen lässt Kickl aus – "mangels Gesangstalent", gibt er zu. Dafür ist er in der Küche der Chef. Es gibt das bereits traditionelle Hendl im Backrohr mit Reis und Rotkraut. Wenn es das Wetter zulässt, will er in den Feiertagen auf den Berg.
Grünen-Chefin Leonore Gewessler ist zuerst bei "Licht ins Dunkel", fährt dann mit ihrem Mann heim in die Steiermark. Dort wird mit der steirischen Familie und ihren beiden Nichten gefeiert. Kulinarisches Highlight für sie ist der selbstgemachte Gemüse-Mayonnaise-Salat ihrer Mama. Sonst hofft sie auf Raclette. Spezielle Bräuche werden nicht zelebriert, dafür ist die Politik weit weg.
Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) bleibt zu Weihnachten in Wien. Auf den Tisch kommt bei ihm traditionell Karpfen mit Erdäpfeln. Es gibt aber auch eine Alternative: nämlich Bratwürstel und Sauerkraut, wie es in der oberösterreichischen Heimat seiner Frau Brauch ist. Am späten Abend steht dann noch ein Besuch der Christmette im Stephansdom auf dem Programm.
Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) feiert mit der Familie daheim in Klosterneuburg. Mit dabei sind auch ihre 89-jährige Mutter und ihre Geschwister. Da ihre ältere Tochter als junge Ärztin am Heiligen Abend im Spital Dienst hat, wird heuer gleich zwei Mal gefeiert, nämlich am 24. und 25. Dezember. Zu essen gibt es traditionell Fondue. Gekocht wird gemeinsam. "Das macht das Weihnachtsfest für uns besonders schön", sagt Mikl-Leitner. Fix zu Weihnachten gehört für sie auch der Besuch der Heiligen Messe. Gesungen wird ebenfalls gemeinsam – "zwar nicht immer perfekt, aber dafür mit viel Freude, Leidenschaft und Begeisterung".
Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) ist mit der gesamten Familie zum Brunchen bei seiner Tochter und ihrem Mann eingeladen. Dann gehen er und seine Frau Julia in die Kirche, den Heiligen Abend verbringen sie zu zweit. Doskozil kocht selbst. Heuer gibt es schnelle Küche, da sie den ganzen Tag unterwegs sind und schon am nächsten Morgen auf dem Weg nach Deutschland zu Julias Eltern sind. Dort gibt es dann Raclette. Statt Weihnachtsliedern wird es eher eine gelesene Weihnachtsgeschichte. "Das ist für alle Beteiligten deutlich schonender", so Doskozil.
Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) wiederum besucht am Heiligen Abend die Messe. Daheim stehen dann unterschiedliche Weihnachtsklassiker wie "Stille Nacht" oder "Driving Home for Christmas" auf dem Gesangszettel. Gemeinsamer Familienbrauch ist das Fondue-Essen. Wenn das Wetter mitspielt, will Stelzer die Feiertage auch fürs Schifahren nutzen.
Innenminister Gerhard Karner ist am 24. ebenso wie Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (beide ÖVP) beim Spendentelefon von "Licht ins Dunkel". Karner verbringt die Feiertage im Kreise seiner Familie. Was bei Tanner auf den Tisch kommt, entscheidet ihre Tochter. Am Abend gibt’s dann eine ganz klassische Bescherung mit Weihnachtsliedern vor dem Christbaum.
Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) verbringt Weihnachten mit seiner Familie in Wien. Es gibt Fisch, gesungen werden weihnachtliche Klassiker. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) entscheidet spontan, ob in Wien oder im Waldviertel gefeiert wird. Fix ist der traditionelle Waldviertler Karpfen, der im Sud gekocht wird.
Bei Frauenministerin Eva Maria Holzleitner (SPÖ) kommt am Heiligen Abend in Oberösterreich heuer statt einer kalten Platte Schweinsbraten auf den Tisch. Ebenfalls in Oberösterreich feiert Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). Und zwar mit seiner Frau den beiden Söhnen und Hund Tobi. Der Baum wird gemeinsam geschmückt, am Abend steht ein Spaziergang auf dem Programm. Zu essen gibt es Fondue.
Familienministerin Claudia Plakolm (ÖVP) ist ebenfalls in ihrer oberösterreichischen Heimat. Es gibt das klassische Weihnachtsmenü des Bundeslandes: Bratwürstel und Sauerkraut. Traditionell wird gemeinsam gesungen und musiziert. Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) feiert im Burgenland gemeinsam mit Familie und Freunden. Das Lieblingsweihnachtslied von ihr ist "Maria durch ein Dornwald ging"
Sozialministerin Korinna Schumnann (SPÖ) feiert im kleinen Kreis in Wien. Auf den Tisch kommt Raclette. Traditionell macht sie mit ihrem Mann einen ausgiebigen Spaziergang. Gesungen wird nicht. "Zum Wohle der Ohren unserer Nachbarn", lacht Schumann. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) ist mit seiner Familie in Osttirol. Dort genießt er die gemeinsame Zeit mit Skifahren und Rodeln. Beim Essen hält er sich an die Tiroler Tradition: Einbrennsuppe, Milchmus und gekochte Hauswürste mit Sauerkraut.
Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) feiert mit seiner Frau in Salzburg. Fix ist: Als Nachspeise gibt es Baumkuchen. Gesungen wird als Fixpunkt. Sein Parteikollege, Staatssekretär Sepp Schellhorn, kredenzt Gans mit Rotkraut, Serviettenknödel und Linsen. Am Heiligen Abend steht zudem das "Räuchern" des Hauses am Programm. Mit diesem Brauchtum sollen böse Geister vertrieben werden.
Digitalisierungs-Staatssekretär Alexander Pröll feiert in Wien bei den Eltern, gespielt werden Brettspiele. Bei Finanz-Staatssekretärin Barbara Eibinger Miedl in der Steiermark gibt es Brötchen oder eine kalte Platte. Tradition hat das Vorlesen des Weihnachtsevangeliums. Wirtschafts-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (alle ÖVP) feiert bei sich mit ihrer Tochter und den Eltern bei Entenkeulen mit Rotkraut und Waldviertler Knödel.
Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt ist zu den Feiertagen in Salzburg und Linz mit ihrer Familie. Ein Brauch am Weihnachtsabend: Die Ankunft des Christkinds wird ganz traditionell mit einem Weihnachtsglöckchen eingeleitet. Bei Gesundheits-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig kommt die ganze Familie inklusive Enkel zusammen. Macht neun Personen. Wenn die Family dann weg ist, trinkt sie mit ihrem Mann ein Schluckerl Eierlikör – in einem Glas, das noch von der Oma ihres Mannes ist. Innen-Staatssekretär Jörg Leichtfried (alle SPÖ) schließlich ist in seiner steirischen Heimat, feiert mit Familie und Hund. Ein Brauch: eine Wanderung vor der Bescherung am Abend.