Abwehrkräfte im Check

Warum manche jeden Infekt mitnehmen – und andere nicht

Du liegst schon wieder flach, dein Kollege nie? Warum manche Körper auf Viren ganz anders reagieren.
22.10.2026, 12:46
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Kaum wird es draußen kälter, beginnt im Büro das große Husten und Schniefen. In der Straßenbahn wird geschnäuzt, die Kollegin liegt schon zum zweiten Mal mit einer Erkältung im Bett und du spürst verdächtiges Kratzen im Hals. Nur diese eine Person scheint völlig unbeeindruckt: kein Schnupfen, kein Husten, nicht einmal eine heisere Stimme.

Wie machen diese Menschen das bloß? Haben sie ein besonders starkes Immunsystem oder einfach nur Glück? Tatsächlich steckt hinter dem Phänomen weit mehr als die tägliche Portion Vitamine.

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Manche haben von Natur aus bessere Karten

So unfair es klingt: Wie anfällig wir für Infekte sind, hängt teilweise von unseren Genen ab. Bestimmte genetische Varianten beeinflussen, wie unser Immunsystem Krankheitserreger erkennt und bekämpft. Manche Menschen können deshalb auf bestimmte Viren schneller oder wirkungsvoller reagieren als andere. Ein unsichtbarer Schutzschild ist das allerdings nicht – auch Menschen mit günstigen genetischen Voraussetzungen können krank werden.

Dein Darm mischt kräftig mit

Wenn wir unser Immunsystem stärken wollen, denken wir meist zuerst an Vitamin C. Dabei spielt sich ein wichtiger Teil unserer Immunabwehr im Darm ab. Dort leben Billionen Mikroorganismen, die gemeinsam das sogenannte Mikrobiom bilden. Sie stehen in engem Austausch mit unserem Immunsystem und beeinflussen, wie es auf Krankheitserreger reagiert.

Eine abwechslungsreiche, ballaststoffreiche Ernährung unterstützt die Darmgesundheit. Ob jemand deshalb seltener erkältet ist, lässt sich allerdings nicht allein am Mikrobiom festmachen.

Dauerstress macht uns anfälliger

Du hetzt von einem Termin zum nächsten, schläfst schlecht und kommst kaum zur Ruhe? Das kann sich auch auf deine Abwehrkräfte auswirken. Untersuchungen zeigen, dass anhaltender psychischer Stress mit einem höheren Risiko verbunden ist, nach Kontakt mit Erkältungsviren tatsächlich krank zu werden.

Auch soziale Beziehungen können eine Rolle spielen. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viele Freunde zu haben, sondern unter anderem, wie gut wir mit Belastungen umgehen und wie unterstützt wir uns fühlen.

Wer nie krank ist, merkt es vielleicht nur nicht

Besonders überraschend: Menschen, die scheinbar nie krank werden, können sich durchaus mit Viren infizieren. Nicht jede Infektion verursacht automatisch Husten, Fieber oder Schnupfen. Manchmal verläuft sie so mild, dass Betroffene überhaupt nichts davon bemerken. Wie stark die Beschwerden ausfallen, hängt unter anderem vom Erreger, früheren Infektionen, Impfungen und der individuellen Immunreaktion ab. Wer gesund aussieht, ist also nicht zwangsläufig frei von Krankheitserregern.

Diese Gewohnheiten machen den Unterschied

Auch wenn wir unsere Gene nicht verändern können, haben wir auf einige wichtige Faktoren selbst Einfluss. Ausreichend Schlaf unterstützt die Immunfunktion. Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und möglichst wenig chronischer Stress tragen ebenfalls zur Gesundheit bei. Besonders wichtig ist es, nicht zu rauchen. Tabakrauch schädigt die Atemwege und beeinträchtigt ihre natürlichen Schutzmechanismen.

Gründliches Händewaschen, regelmäßiges Lüften und empfohlene Impfungen helfen zusätzlich, Infektionen vorzubeugen. Chili, Kren oder andere scharfe Lebensmittel sind dagegen kein nachgewiesener Schutz vor Erkältungen.

red, 22.10.2026, 12:46