Wirtschaft

Job gekündigt – Mann hat mit 32 schon 350.000 € gespart

Finanzblogger Manuel Streifeneder ist 32 Jahre alt und hat jetzt schon finanzielle Unabhängigkeit erreicht.

Stefanie Riegler
Viele Menschen träumen von der finanziellen Freiheit.
Viele Menschen träumen von der finanziellen Freiheit.
Getty Images/iStockphoto

Viele Menschen träumen von der finanziellen Freiheit. Vor allem im Deutschland wird der Trend zum frugalen Leben immer populärer. Das Ziel der Anhänger ist es, möglichst früh finanziell unabhängig zu sein und mit etwa 40 Jahren in den Ruhestand zu gehen. Dafür sparen Frugalisten bis zu 70 Prozent ihres Einkommens.

Der Trend zu einem sparsamen und bescheidenen Leben entstand 2008 zur Zeit der Finanzkrise in den USA. Der Lifestyle soll aber keinesfalls eine Einschränkung darstellen, viel mehr geht es dabei um Werte wie Unabhängigkeit, Glück und die Abkehr vom Materialismus. Frugalisten sind davon überzeugt, dass ein glückliches Leben auch mit einfachen Mitteln möglich ist.

Bekennende Frugalismus-Vertreter sind etwa der deutsche Softwareentwickle Oliver Noelting oder Blogger Florian Wagner. Beide verzichten auf ein Auto und leben in kleineren Wohnungen, um ihr Ziel zu erreichen.

Auch der deutsche Finanzblogger Manuel Streifeneder ("Der Finanznomade") aus Bayern strebt seit 2015 die finanzielle Unabhängigkeit an. Diese hat er schon im Jahr 2020 erreicht, wie er in einem Interview mit dem "Handelsblatt" erklärt.

Job Ende März gekündigt

Seinen festen Job als Elektroingenieur bei einem mittelständischen Sonderanlagenbauer hat er Ende März 2023 gekündigt. Derzeit reist er mit seiner Freundin quer durch Südostasien. Als Finanz-Coach möchte er aber weiterhin selbstständig arbeiten.

Streifeneder besitzt nur ein altes Auto und wohnt mit seiner Partnerin in einer Zweizimmerwohnung auf 67 Quadratmetern.  Mittlerweile hat er 350.000 Euro auf dem Konto. 

Mit Aktien und ETF's über 4.000 Euro in einem Monat verdient

Seit drei Monaten lebt der 32-Jährige nur noch von seinem Rücklagen und dem passiven Einkommen. Durch Aktien und ETF's kam er im Juni auf 4.366 Euro Netto, wie er in seinem Blog berichtet.

"Das schwankt natürlich jeden Monat, ich bekomme nicht immer gleich viel Dividenden, Ausschüttungen oder Optionsprämien", sagt Streifeneder gegenüber dem "Handelsblatt". "Ich bin so bei 2.000 bis 4.000 Euro netto im Schnitt, die aktuell reinkommen."

Frugalisten benutzen unterschiedliche Anlagestrategien, um ihr Ziel zu erreichen. Denn die Höhe der Rendite spielt eine wesentliche Rolle. Viele investieren in Immobilien oder Aktien, andere bevorzugen ETFs, also Fonds, die einen Börsenindex nachbilden. Wissen und Kenntnisse über Finanzprodukte sind dafür Voraussetzung.

Ein konkreter Richtwert für Frugalismus-Anhänger ist die Vier-Prozent-Regel: Wer jährlich nur vier Prozent seiner Ersparnisse aufbrauchen muss, kann von seinem Vermögen mindestens 30 Jahre lang leben – dank Zinsen benötige man gar kein Einkommen mehr.

Eine weitere Faustregel lautet, dass man etwa das 25-Fache seiner jährlichen Ausgaben braucht, um finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Die Voraussetzung dabei: Der finanzielle Lebensstil verändert sich in den darauffolgenden Jahren nicht.

1.700 Euro an Ausgaben im Monat

Gleichzeitig hält Streifeneder seine Ausgaben sehr niedrig: "Ich gebe im Monat 1.650 bis 1.700 Euro aus, inklusive Reisen", sagt er. "Ich war immer im Leben ziemlich sparsam und habe schon sehr bald in ETF's investiert."

Seine finanzielle Unabhängigkeit hat er vor allem durch den Handel mit Optionen erreicht. Das sind Kontrakte, die es ermöglichen, auf den zukünftigen Wert eines Marktes zu traden.

Wie der Deutsche im Interview mit dem "Handelsblatt" weiter erklärt, legt er jedes Monat 600 Euro in ETF's an. Seine Sparquote beträgt derzeit 20-30 Prozent. Als er noch fest angestellt war, lag diese bei fast 70 Prozent.

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