Mallorca, Barcelona oder die Costa del Sol – Spanien bleibt das Lieblingsreiseziel der Österreicher. Doch viele Urlauber haben wichtige Gesetzesänderungen verschlafen: Neue Alkoholregeln, Rauchverbote sowie strengere Vorschriften für Mietwagen und Ferienunterkünfte können schnell teuer werden.
Die Balearen gehen noch entschlossener gegen exzessiven Partytourismus vor – vor allem in den bekannten Partyhochburgen auf Mallorca gelten mittlerweile deutlich strengere Regeln. So darf in bestimmten Zonen zwischen 21:30 Uhr und 08:00 Uhr kein Alkohol mehr in Geschäften verkauft werden. Teilweise müssen Lokale während dieser Zeiten sogar schließen. Die Behörden wollen damit Alkoholexzesse und nächtliche Ruhestörungen eindämmen.
Auch beliebte Party-Angebote gehören zunehmend der Vergangenheit an: Happy Hours, Flatrate-Trinken oder Zwei-für-eins-Aktionen sind verboten. Zusätzlich gelten strengere Vorgaben für All-inclusive-Hotels. Pro Mahlzeit dürfen maximal drei alkoholische Getränke ausgeschenkt werden. Außerhalb der Essenszeiten ist die kostenlose Alkoholabgabe untersagt.
Auch Raucher müssen sich auf neue Vorschriften einstellen: Spanien baut sein Netz an rauchfreien Zonen kontinuierlich aus. Immer mehr Strände, öffentliche Plätze und touristische Bereiche werden zu Nichtraucherzonen erklärt. Geplant oder bereits umgesetzt sind Rauch- und Vape-Verbote an zahlreichen Stränden, auf Restaurantterrassen, an Hotelpools sowie an Bus- und Bahnhaltestellen. Besonders in beliebten Ferienregionen wird verstärkt kontrolliert: Wer gegen die Vorschriften verstößt, muss mit empfindlichen Geldstrafen rechnen.
Auch beim Mietwagenurlaub gibt es Änderungen. Spanien führt schrittweise ein neues Pannensystem ein. Das bisher verpflichtende Warndreieck wird nach und nach durch ein tragbares gelbes Blinklicht ersetzt, das bei einer Panne deutlich besser sichtbar sein soll. Urlauber sollten deshalb darauf achten, dass ihr Mietwagen entsprechend ausgestattet ist. Gleichzeitig werden Verkehrs- und Sicherheitskontrollen in vielen Regionen verschärft.
Der klassische Strandtag könnte künftig stärker ins Urlaubsbudget schlagen. An beliebten Stränden steigen die Preise für Liegen, Sonnenschirme und verschiedene Wassersportangebote. Gleichzeitig reduzieren einige Gemeinden die Anzahl der vermietbaren Liegen, um mehr Platz für Badegäste zu schaffen, die lediglich mit Handtuch am Strand kommen.
Spanien geht zunehmend gegen illegale Ferienvermietungen vor. Neue Registrierungs- und Meldepflichten sollen den boomenden Markt stärker regulieren.
Viele Regionen verlangen mittlerweile offizielle Registrierungsnummern für Ferienunterkünfte. Behörden können dadurch leichter überprüfen, ob Wohnungen legal vermietet werden. Nicht registrierte Inserate drohen von Buchungsplattformen entfernt zu werden. Für Urlauber bedeutet das zwar mehr Sicherheit und Transparenz, gleichzeitig könnte das Angebot knapper und damit auch teurer werden.
Hinter den zahlreichen Maßnahmen steckt ein klares Ziel: Spanien will den Massentourismus eindämmen und verstärkt auf Qualität, Nachhaltigkeit und ein besseres Miteinander setzen. Gleichzeitig soll die Lebensqualität der Einheimischen verbessert und die Belastung für Umwelt und Infrastruktur reduziert werden.