Ein paar Gläser Rotwein reichen oft aus – und am nächsten Tag brummt der Kopf. Während manche Alkohol scheinbar mühelos wegstecken, reagieren andere schon auf kleine Mengen mit Kopfweh und Übelkeit. Besonders Rotwein gilt als Kater-Klassiker, während klare Spirituosen wie Vodka oft besser vertragen werden. Zufall ist das nicht.
Für die Intensität deines Katers gibt es tatsächlich mehrere Gründe. Einer davon: das Durcheinandertrinken. Zuerst ein Bier, dann ein Glas Prosecco, dazwischen Weißwein, Rotwein und später vielleicht noch einen Gin Tonic oder einen Vodka Soda.
Auch wenn einem beim Gedanken daran schon fast schlecht wird, ist der Mix selbst nicht schuld am Schädelweh, sondern die Menge an Alkohol, die man über den Abend verteilt trinkt: Wer wild durcheinandertrinkt, verliert leicht den Überblick. Besonders bei süßen Mischgetränken unterschätzt man oft, wie viel Alkohol wirklich drin ist.
Auch die Qualität vom Alkohol ist entscheidend, Stichwort "Fusel": Bei billigen Spirituosen und Weinen entstehen beim Gären sogenannte Fusel-Alkohole. Diese Begleitstoffe können die Katersymptome ordentlich verstärken. "Alkohol mit vielen Fuselölen und Begleitstoffen macht tendenziell einen stärkeren Kater", erklärt Helmut Seitz, Hepatologe und Alkoholforscher der Universität Heidelberg, gegenüber "Zeit".
"Vodka ist chemisch gesehen sauber, beim Whisky oder Rotwein finden sich viele Nebenprodukte." Wer also mehrere Sorten Alkohol mischt, nimmt auch verschiedene Zusatzstoffe auf – und das kann den Kater noch verschärfen.
Ein weiterer Auslöser kann eine Histamin-Unverträglichkeit sein: Dabei kann der Körper Histamin nicht ordentlich abbauen. Die Folge: Kopfschmerzen, rote Haut und Probleme mit dem Bauch wie Durchfall oder Blähungen.
Histamin steckt zum Beispiel in stark gereiftem Käse, Salami, Sauerkraut, Nüssen – und eben auch in gewissen alkoholischen Getränken: Rotwein, Champagner, Weißbier, Weizenbier sowie Liköre und Cocktails mit vielen Zutaten können bei einer bestehenden Histamin-Intoleranz die Beschwerden noch verschlimmern.
Nicht zuletzt ist auch das Geschlecht entscheidend. Frauen bauen Alkohol generell schlechter ab als Männer. Dazu kommt noch der Zyklus: "Zyklusbedingte Hormonschwankungen könnten den Hangover bei Frauen zusätzlich verstärken", erläutert Seitz im "Zeit"-Interview.
Warum das so ist, weiß man noch nicht ganz genau. Forschende beobachten aber, dass Geschlechtshormone wie Östrogen eine wichtige Rolle spielen dürften. Es gibt Hinweise, dass Frauen rund um den Eisprung mehr trinken – und damit auch das Risiko für einen heftigen Kater steigt.