Gut zu wissen

Darum solltest du den Löffel deines Kindes nie ablecken

Den Löffel mit dem eigenen Kind teilen? Das ist keine gute Idee. Eine Schweizer Zahnärztin klärt über Risiken und Gegenmaßnahmen auf.
21.11.2025, 17:45
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"Ich bin Zahnarzt und ich wünschte, mehr Menschen wüssten, dass Kariesbakterien schon durch das Ablecken von Löffeln auf Kleinkinder übertragen werden können", heißt es in einem TikTok-Clip einer Zahnarztpraxis im deutschen Neu-Isenburg. Das Video sorgt auf Social Media derzeit für eine große Debatte. Schon der erste Kommentar lautet: "Ich wusste nicht, dass Karies ansteckend ist."

Hitzige Diskussionen im Netz

Auch Kommentare wie "Mein Arzt hat sich auch schon mal geirrt", "Nur durch das Ablecken von Löffeln entsteht noch lange kein Karies" und "Es ist unmöglich, dass Kinder keinen Karies haben" finden sich unter dem Beitrag. Die Gegenseite ist ebenfalls vertreten: "Sorry, aber dieses Fachwissen sollte man kennen."

Andere würden gern vermeiden, dass ihre Kinder Löffel mit anderen teilen. Für diese Einstellung bekommen sie Gegenwind: "Ich habe eine Diskussion mit der Großmutter darüber gehabt. Die Antwort war, dass ich übertreiben würde", schreibt etwa jemand.

Karies & Parodontitis

"Niemand wird bereits mit Kariesbakterien geboren – häufig bekommt man die Bakterien, die die Zahnschäden verursachen können, im frühen Kindesalter durch die Eltern übertragen", klärt Schweizer Zahnärztin Hannah Selzner, gegenüber "20 Minuten", auf. Dazu reicht das Ablecken eines Löffels oder eines Schnullers, der danach noch mal vom Kind benutzt wird, bereits aus. "Auch Bakterien, die Parodontitis begünstigen, also die Entzündung des Zahnhalteapparats, können durchs Löffel-Ablecken übertragen werden", so Selzner.

Bakterien sind nicht gleich Karies

Wer jetzt denkt, man sei sicher, weil man bisher ohne Karies durchs Leben gegangen ist, liegt leider falsch: Die Bakterien können sich auch in deinem Mund lauern, ohne dass sie in Karies ausarten. Faktoren, wie eine schlechte Mundhygiene, spielen ebenfalls eine Rolle.

"Auch häufige Zwischenmahlzeiten können einen Ausbruch begünstigen", meint die Zahnärztin. "Damit gelangen Substanzen in den Mund, die die Bakterien später in Säure umsetzen können." Diese greift den Zahnschmelz an und kann schließlich zu Karies führen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: Nur weil die Bakterien im Mund deines Kindes leben, muss noch kein Karies ausbrechen. Die Zähne regelmäßig und gründlich zu reinigen, ist zwar keine Garantie gegen die Erkrankung, dennoch gilt: "Wer richtig gut putzt, kann das Kariesrisiko deutlich minimieren", betont sie.

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Ist der Löffel ein No-Go?

Bakterien können übertragen werden, wenn Eltern die Löffel ihrer Kinder ablecken, trotzdem sagt Selzner: "Innerhalb der Familie werden immer Bakterien übertragen, dem kann man kaum aus dem Weg gehen. Deswegen kann es auch mal passieren, dass ein Löffel oder Schnuller abgeleckt wird. Das ist etwas ganz Alltägliches, das sehr viele Eltern machen." Wichtiger sei, dass man sich darüber bewusst ist, dass die Bakterienübertragung stattfindet – und, so Selzner, "den Kindern früh beizubringen, wie wichtig es ist, die Zähne richtig zu putzen".

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