Ob bei Geburtstagsfeiern, beim Fortgehen oder auf dem Weg in die Arbeit – auf die heißen Stöckelschuhe darf nicht vergessen werden. Während einige sich in den hohen Schuhen besonders wohlfühlen und herumstolzieren, klagen andere schon nach einigen Minuten über Schmerzen. Besonders gesund sind High Heels nicht, ab einer bestimmten Absatzhöhe schaden die Schuhe den Füßen sogar enorm.
"Bei Zigaretten wird auf der Packung gewarnt: 'Achtung, das kann schädlich sein.' Eigentlich müsste das auch bei so richtig hohen High Heels draufstehen", sagt Arno Frigg, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, zu "20 Minuten".
Wie hoch ein Absatz maximal sein sollte? Da habe der Spezialist leider "nur eine enttäuschende Antwort": "Besser nicht mehr als drei bis fünf Zentimeter." Man müsse sich vorstellen, dass beim Gehen das gesamte Körpergewicht auf die Fußsohle drückt. "Je höher der Absatz wird, desto kleiner wird die Fläche, auf die Kraft ausgeübt wird", so Frigg. Bei einem richtig hohen Schuh mit dünnem Absatz würde man nur auf wenigen Punkten stehen, wobei extremer Druck auf den Fuß wirkt.
Ein breiter Absatz und auch eine breite Zehenbox seien die viel bessere Wahl. "Hohe Schuhe sind nie gut, aber spitz zulaufende Modelle sind der absolute Killer", warnt der Orthopäde. Solche High Heels könnten die Zehen krumm werden lassen.
Beschwerden in den Füßen treten laut Frigg ab dem 35. Lebensjahr häufiger auf. Man könne aber nicht absolut sagen, dass alle Schmerzen von den Stöckelschuhen stammen. "Wie bei Sportlern zeigen sich dann erste Abnutzungserscheinungen", so Frigg.
Auf High Heels zurückzuführen sind solche Schäden erst, wenn das Tragen sehr regelmäßig stattgefunden hat, wie etwa bei Models. "Wer seinen Füßen immer wieder eine Pause gibt, hat weniger zu fürchten", meint der Facharzt. Was dem Experten aber immer wieder auffällt: "Jede Frau fragt: Wenn ich operiere oder diese Behandlungen mache, kann ich danach wieder schöne hohe Schuhe anziehen?"
Anrichten können Stöckelschuhe ganz schön viel: Die Achillessehne kann durch häufiges Tragen von High Heels extrem verkürzt werden. "Ein anderes häufiges Problem sind Bänderrisse, die man sich durch Umknicken zuziehen kann", erläutert Frigg. Der auf den Vorfuß ausgeübte Druck sei ein weiteres Problem. Je mehr Druck auf diese Stelle wirkt, desto größer ist laut Frigg die Belastung. "Typische Folgen sind der Hallux valgus oder der Schneiderballen, dabei handelt es sich um eine schmerzhafte Schwellung und Verkrümmung am fünften, kleinen Zeh", erklärt der Arzt.
Metatarsalgie kommt laut dem Experten auch häufig vor. Dabei handelt es sich um eine schmerzhafte vermehrte Hornhautbildung, die typischerweise unter dem zweiten oder dritten Zehenballen zu finden ist. Außerdem kann der Rücken ebenso darunter leiden. Frigg sagt: "Wenn jemand das Gehen in High Heels beherrscht, gibt das natürlich eine schöne Haltung. Aber bei denjenigen, die es nicht so gut können, schlägt es auf den Rücken." Ein Hohlkreuz und Rückenschmerzen können die Folgen sein.
Wer nicht auf die hohen Schuhe verzichten kann, sollte ihnen zumindest einen Ausgleich, wie das regelmäßige Tragen von Turnschuhen, schenken. Die Körperhaltung und Füße zu trainieren, um weniger instabil zu sein, könne ebenfalls vor Schäden schützen. Zudem kann man seine Stöckelschuhe mit Silikonpads ausstatten: Sie stützen und polstern und sorgen für mehr Halt.