Kia steigt ins Segment der elektrischen Hochdachkombis und Transporter ein. Der neue PV5 soll Familien, Gewerbetreibende und Shuttle-Dienste gleichermaßen ansprechen. Erhältlich ist das Modell als Cargo-Version für den gewerblichen Einsatz oder als Passenger-Modell mit fünf Sitzplätzen.
Mit einer Länge von 4,70 Metern bleibt der PV5 trotz seines großzügigen Raumangebots erstaunlich stadttauglich. Optisch setzt Kia auf ein modernes Design, während im Innenraum vor allem die Funktionalität im Vordergrund steht. Zahlreiche Ablagefächer, Steckdosen, Ladeports und ein Fach unter dem Sitz machen den PV5 zu einem überaus praktischen Fahrzeug.
Zum Marktstart stehen zwei Akkugrößen zur Wahl. Das Basismodell verfügt über eine 51,5-kWh-Batterie, leistet 121 PS und bietet eine Reichweite von bis zu 295 Kilometern. Der Einstiegspreis liegt bei 38.190 Euro.
Wer mehr Reichweite möchte, greift zur größeren Batterie mit 71,2 kWh. Diese Variante leistet 163 PS und entwickelt 250 Nm Drehmoment. Die Reichweite steigt auf bis zu 412 Kilometer, der Einstiegspreis beginnt bei 42.190 Euro.
Die Höchstgeschwindigkeit ist bei beiden Versionen auf 135 km/h begrenzt. Das könnte vor allem Vielfahrer auf der Autobahn abschrecken.
Geladen wird mit bis zu 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Damit eignet sich der Elektro-Van auch für längere Strecken mit kurzen Ladepausen. Kia gewährt auf den PV5 zudem die bekannte Herstellergarantie von sieben Jahren beziehungsweise 150.000 Kilometern.
Einer der größten Pluspunkte des PV5 ist das Raumangebot. Das Kofferraumvolumen beträgt bereits 1.330 Liter und wächst bei umgeklappten Sitzen auf bis zu 3.615 Liter. Mit einem Leergewicht von 2.145 Kilogramm bietet der Elektro-Van eine Zuladung von 455 Kilogramm. Zusätzlich dürfen Anhänger mit bis zu 1.500 Kilogramm gezogen werden.
Bereits die Basisversion Air bietet ein digitales Cockpit, LED-Beleuchtung und zahlreiche Assistenzsysteme.
Die Variante Earth gilt als besonders interessante Wahl hinsichtlich Preis-Leistungs-Verhältnis und ergänzt unter anderem Sitzheizung sowie eine Rückfahrkamera. Darüber rangiert Earth Plus, die ab 44.390 Euro erhältlich ist. Für die Lackierung werden 800 Euro Aufpreis fällig, Alufelgen kosten weitere 400 Euro.
Wer den PV5 besonders komfortabel ausstatten möchte, kann zum Comfort+-Paket greifen. Für 1.700 Euro erhält man 16-Zoll-Alufelgen, Schiebefenster in der zweiten Sitzreihe, elektrische Schiebetüren auf beiden Seiten sowie eine sensorgesteuerte elektrische Heckklappe.
Das getestete Fahrzeug kam auf einen Gesamtpreis von 45.590 Euro, hatte jedoch kein Comfort+-Paket an Bord.
Im Alltag überzeugt der Kia vor allem durch seine durchdachte Konstruktion. Zahlreiche praktische Ablagen und clevere Lösungen erleichtern die Nutzung. Dazu kommt ein angenehm abgestimmtes Fahrwerk, das auch auf längeren Strecken komfortabel bleibt. Positiv fällt außerdem das moderne Infotainmentsystem auf. Erfreulich: Kia setzt weiterhin auf viele echte Tasten. Reale Reichweite im "Heute"-Test: 300 bis 350 Kilometer schafft der PV5 allemal – eine solide Reichweite für den Alltag.
Kritik gibt es dennoch. Die Bedienung der Klimaanlage erfolgt mittlerweile über den Bildschirm, was während der Fahrt nicht immer ideal ist. Zudem fehlen abgedunkelte Scheiben im Fond. Auch die auf 135 km/h limitierte Höchstgeschwindigkeit dürfte nicht jeden Kunden überzeugen. Man wird also quasi auf die rechte Spur verbannt.
Der Kia PV5 punktet mit viel Platz, hoher Alltagstauglichkeit, modernen Technologien und attraktiven Reichweiten von rund 350 Kilometern (im Sommer). Vor allem Familien und Gewerbekunden dürften Gefallen an dem praktischen Elektro-Van finden.
Lediglich die geringe Höchstgeschwindigkeit ist ein kleiner Wermutstropfen, der womöglich nicht allen schmecken wird. Was bleibt ist ein mehr als fairer Preis für einen praktischen Van mit einer einzigartigen Optik.