Stell dir vor, du wanderst durch dichte Wälder, vorbei an blühenden Wiesen und kleinen Dörfern, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Keine überfüllten Strände, keine endlosen Warteschlangen vor Sehenswürdigkeiten und keine Touristenmassen, die sich durch enge Gassen drängen. Stattdessen erwarten dich unberührte Natur, jahrhundertealte Schätze und ein Stück Europa, das viele Reisende noch gar nicht kennen.
Klingt nach einem echten Geheimtipp? Ist es auch! Das britische Stadt- und Reisemagazin "Time Out" hat die 41 meist unterschätzten Reiseziele für 2027 gekürt. Und ausgerechnet eine Region im Nordosten Rumäniens hat es auf Platz eins geschafft.
Die Rede ist von der Bukowina, einer historischen Region im Nordosten Rumäniens. Während sich Urlauber in Italien, Kroatien oder Griechenland oft die schönsten Plätze teilen müssen, geht es hier vielerorts noch angenehm ruhig zu. Sanfte Hügel, grüne Täler, dichte Wälder und traditionelle Bergdörfer prägen die Landschaft. Wer lieber auf kleinen Wanderwegen unterwegs ist, statt am Pool um die letzte freie Liege zu kämpfen, könnte hier sein neues Lieblingsziel entdecken.
Für das Ranking hat "Time Out" auf die Erfahrungen von Reisejournalisten gesetzt, die die vorgestellten Orte selbst besucht haben.
Die Bukowina hat aber weit mehr zu bieten als schöne Landschaften. Besonders beeindruckend sind ihre berühmten bemalten Kirchen und Klöster. Acht dieser Gotteshäuser gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ihre Außenwände sind mit farbenprächtigen Fresken überzogen, die biblische Geschichten erzählen. Manche der kunstvollen Malereien sind mehrere Jahrhunderte alt.
Ein weiteres Highlight ist das Dorf Ciocănești: Hier sind zahlreiche Häuser mit traditionellen Mustern verziert. Sogar ein Museum zur regionalen Eiermalkunst gibt es zu entdecken.
Und wer die Region lieber zu Fuß erkundet, findet mit der rund 1.400 Kilometer langen Via Transilvanica eine besondere Herausforderung: Der Fernwanderweg führt durch verschiedene Landschaften und Kulturregionen Rumäniens.
Doch die Bukowina ist nicht der einzige europäische Geheimtipp auf der Liste. Auf Platz drei landen die Städte der nordspanischen Region Asturien. In Oviedo locken historische Gassen und Kunst, Gijón verbindet Altstadtflair mit einem langen Stadtstrand und Avilés begeistert mit mittelalterlicher Architektur.
Wer lieber Meeresluft schnuppert, sollte sich Zambujeira do Mar merken. Das portugiesische Küstendorf schafft es auf Platz sechs. Steile Klippen, Sandstrände und der raue Atlantik erinnern an die berühmte Algarve – nur geht es hier laut "Time Out" deutlich ruhiger zu.
Auch Frankreich ist vertreten: Carry-le-Rouet belegt Platz neun. Westlich von Marseille warten versteckte Buchten, klares Wasser und der rund vier Kilometer lange Küstenweg Sentier du Lézard.
Abseits Europas überrascht die Rangliste mit einigen außergewöhnlichen Orten: Auf Platz zwei landet der US-Bundesstaat South Dakota mit seinen spektakulären Felslandschaften und weiten Prärien. Platz vier geht an die Osa-Halbinsel in Costa Rica, wo Faultiere, Krokodile und mit etwas Glück sogar Buckelwale zu beobachten sind.
Die tropische Region San Martín in Peru erreicht Platz fünf, die Künstlerstadt Bisbee im US-Bundesstaat Arizona Platz sieben. Auf Platz acht folgt die chinesische Metropole Shenzhen, die mit Hightech, kreativen Vierteln und ungewöhnlichen Wellness-Angeboten überrascht. Den zehnten Platz sichert sich der Tioga Pass im kalifornischen Yosemite-Nationalpark – eine eindrucksvolle Bergroute vorbei an Seen, Granitfelsen und weiten Wiesen.
Die Rangliste zeigt: Für einen unvergesslichen Urlaub braucht es nicht immer die berühmtesten Sehenswürdigkeiten oder die angesagtesten Hotspots.