Der erste Audi A2 war seiner Zeit voraus – vielleicht sogar zu weit. Als der ungewöhnliche Aluminium-Kleinwagen 2005 eingestellt wurde, war der große Erfolg ausgeblieben. Heute hat sich das einstige Sparmodell längst zum Kultauto entwickelt und hat eine eigene Fangemeinde. Nun wagt Audi einen zweiten Anlauf und holt den Namen A2 zurück.
Der neue Audi A2 e-tron hat mit seinem Vorgänger technisch allerdings kaum noch etwas gemeinsam. Das Modell wird vollelektrisch, misst 4,32 Meter und soll künftig den Einstieg in die elektrische Audi-Welt markieren. Produziert wird der neue A2 in Ingolstadt, der Marktstart ist für Ende 2026 vorgesehen.
Technisch teilt sich der A2 e-tron seine Basis unter anderem mit dem neuen VW ID.3 Neo und dem Cupra Born. Davon sieht man äußerlich allerdings wenig. Audi setzt auf eine eigenständige Optik und greift gleichzeitig einige Elemente des Ur-A2 auf.
Besonders das steil abfallende Heck erinnert an den Vorgänger. Dazu kommen moderne Lichtsignaturen an Front und Heck sowie je nach Ausstattung bis zu 20 Zoll große Räder. Der Radstand beträgt stolze 2,764 Meter – genauso viel wie beim deutlich größeren Audi Q4 e-tron. Dementsprechend großzügig fällt der Innenraum aus. Auch im Fond sollen Erwachsene ausreichend Platz finden.
Der Kofferraum fasst zwischen 396 und 1.336 Liter. Zusätzlich gibt es vorne einen kleinen Frunk mit 13 Litern – genug etwa für ein Ladekabel.
Eine besonders wichtige Rolle spielt die Aerodynamik. In der effizientesten Konfiguration erreicht der A2 e-tron einen cW-Wert von 0,24. Dafür kommen unter anderem spezielle Luftführungen an der Front, optimierte Radläufe, ein komplett verkleideter Unterboden und ein aktiver Kühllufteinlass zum Einsatz.
Mit einem optionalen Effizienzpaket soll die 140-kW-Version auf einen WLTP-Verbrauch von lediglich 12,8 kWh pro 100 Kilometer kommen. Das Paket umfasst unter anderem ein aerodynamisch optimiertes S-Line-Paket, Sportfahrwerk und spezielle 19-Zoll-Räder.
Zum Marktstart sind gleich vier Leistungsstufen geplant. Angeboten werden 125 kW, 140 kW, 170 kW und 240 kW – das entspricht 170, 190, 231 und 326 PS.
Alle Varianten verfügen über Heckantrieb. Einen elektrischen Quattro wird es beim A2 e-tron vorerst nicht geben.
Das Topmodell mit 326 PS soll in 5,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h erreichen. Damit dürfte allerdings noch nicht Schluss sein: Eine stärkere Variante befindet sich bereits in Vorbereitung. Ein möglicher S2 e-tron könnte künftig deutlich mehr als 350 PS leisten.
Audi bietet den A2 e-tron mit drei Batteriegrößen an: 52, 61 und 84 kWh. Die beiden kleineren Akkus setzen auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen. Die große 84-kWh-Batterie nutzt dagegen Nickel-Mangan-Cobalt-Zellen und bleibt den stärkeren Leistungsvarianten vorbehalten.
Je nach Kombination aus Akku, Motor und Ausstattung sollen bis zu 646 Kilometer Reichweite nach WLTP möglich sein.
Beim Schnellladen gibt es allerdings deutliche Unterschiede. Die Modelle mit dem großen Akku schaffen bis zu 183 kW Ladeleistung. Von zehn auf 80 Prozent sollen rund 29 Minuten vergehen.
Die 140-kW-Version lädt mit maximal 105 kW, das Basismodell mit bis zu 100 kW. Auf dem Papier wirkt das im Jahr 2026 nicht gerade überragend. Audi verweist allerdings darauf, dass die verwendeten LFP-Akkus ihre hohe Ladeleistung über einen vergleichsweise großen Bereich halten können.
Interessant ist auch das bidirektionale Laden. Über Vehicle-to-Load können elektrische Geräte mit bis zu 3,6 kW direkt aus dem Fahrzeug versorgt werden – beispielsweise Werkzeuge oder ein Elektrogrill.
Noch spannender: Mit Vehicle-to-Home kann der A2 e-tron als Stromspeicher für das eigene Haus verwendet werden. Voraussetzung dafür ist eine kompatible DC-Wallbox. Die Funktion soll zum Start unter anderem in Österreich, Deutschland und der Schweiz verfügbar sein.
Im Cockpit verbaut Audi ein 11,9 Zoll großes Fahrerdisplay und einen zentralen 12,8-Zoll-Touchscreen. Optional gibt es ein Augmented-Reality-Head-up-Display.
Die Klimatisierung wird über den Bildschirm gesteuert, wichtige Funktionen sitzen aber weiterhin als physische Tasten und Walzen am Lenkrad.
Neu ist auch ein sogenanntes Fidlock-System. Dabei können Zubehörteile über eine Kombination aus Magneten und mechanischen Verschlüssen flexibel im Innenraum befestigt werden. Getränkehalter, Taschen oder Befestigungsgurte lassen sich damit schnell einsetzen und wieder entfernen.
Auch beim Smartphone geht Audi neue Wege: Zwei kabellose Ladeschalen halten Mobiltelefone magnetisch fest und laden mit bis zu 25 Watt.
Optional gibt es außerdem "Audi Connected Work". Damit kann ein Microsoft-365-Business-Konto eingebunden werden. Das Auto kann dann beispielsweise Termine zusammenfassen, E-Mails vorlesen oder Teams-Calls anzeigen.
Überraschend praktisch zeigt sich der kompakte Stromer auch bei der Anhängelast. Sämtliche Varianten sollen bis zu 1.600 Kilogramm ziehen dürfen – selbst das Einstiegsmodell.
Damit positioniert Audi den A2 ausdrücklich nicht als reinen Zweitwagen für die Stadt. Der Elektro-Audi soll genügend Platz, Reichweite und Alltagstauglichkeit bieten, um auch als einziges Fahrzeug einer Familie funktionieren zu können.
Der A2 e-tron ist ab 10. September 2026 bestellbar, die Markteinführung ist für Dezember 2026 geplant. Der A2 e-tron 125 kW mit 52-kWh-Batterie startet in Österreich bei 36.600 Euro. Die 61-kWh-Variante ist ab 40.700 Euro erhältlich.
In der Ausführung mit 170 kW und einer 84-kWh-großen Batterie kostet der A2 e-tron 46.500 Euro. Das Topmodell A2 e-tron 240 kW ist für 50.900 Euro erhältlich.