Schock-Studie!

So viele Gebrauchtwagen haben einen manipulierten Tacho

Der Traum vom günstigen Gebrauchtwagen kann schnell zum Albtraum werden. Eine Studie zeigt: Manipulierte Kilometerstände kosten Autokäufer viel Geld.
Maxim Zdziarski
22.07.2026, 22:35
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Obwohl der sogenannte Kilometerstandbetrug seit Jahren bekannt ist, ist die Masche laut einer aktuellen Untersuchung des IT-Datenunternehmens carVertical nach wie vor weit verbreitet. Wer auf ein manipuliertes Fahrzeug hereinfällt, zahlt nicht nur deutlich zu viel, sondern kauft häufig auch ein Auto mit wesentlich höherem Verschleiß als angenommen.

Bis zu 50 Prozent zu teuer

Besonders drastisch fällt das Ergebnis in Deutschland aus. Dort erhöht ein zurückgedrehter Kilometerstand den Fahrzeugwert im Schnitt um 49,3 Prozent. Ein Gebrauchtwagen, der um 20.000 Euro verkauft wird, könnte in Wahrheit nur rund 13.500 Euro wert sein.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Durch das Zurückdrehen des Kilometerzählers können unehrliche Verkäufer den Eindruck erwecken, dass sich ein Fahrzeug in einem besseren Zustand befindet, als es tatsächlich der Fall ist", erklärt Automobilexperte Matas Buzelis von carVertical. Vor allem Käufer neuerer Premium-Gebrauchtwagen seien von dieser Betrugsmasche betroffen.

Tausende Kilometer einfach verschwunden

Laut Studie wiesen 1,7 Prozent aller in Deutschland überprüften Fahrzeuge einen manipulierten Kilometerstand auf. Im Durchschnitt wurden dabei 34.400 Kilometer vom tatsächlichen Wert entfernt.

In Belgien, wo der Fahrzeugwert durch Kilometerstandbetrug im Schnitt um 47,2 Prozent steigt, waren sogar 2,3 Prozent der überprüften Fahrzeuge betroffen. Dort wurden durchschnittlich 38.500 Kilometer zurückgedreht.

Große Unterschiede in Europa

Innerhalb Europas zeigen sich deutliche Unterschiede. Während Deutschland, Belgien und Frankreich besonders stark betroffen sind, sind die Auswirkungen in Serbien, Rumänien und der Ukraine deutlich geringer.

In Serbien wurden zwar häufiger manipulierte Fahrzeuge entdeckt – nämlich bei 3,9 Prozent der überprüften Autos –, der Preis stieg dadurch im Schnitt aber "nur" um 9,3 Prozent. Dort wurden die Fahrzeuge im Durchschnitt sogar um 53.500 Kilometer "verjüngt".

So schützt du dich vor Betrug

Experte Buzelis empfiehlt Käufern dringend, vor dem Kauf die Fahrzeughistorie überprüfen zu lassen. Nur so lasse sich feststellen, ob der Kilometerstand tatsächlich stimmt oder bereits manipuliert wurde. Denn die Folgen reichen weit über einen zu hohen Kaufpreis hinaus.

"Wer ein Auto mit manipuliertem Kilometerstand kauft, zahlt nicht nur zu viel, sondern muss oft mit häufigeren Pannen, höheren Wartungskosten und im schlimmsten Fall sogar mit Sicherheitsrisiken rechnen", warnt Buzelis.

Gerade weil Deutschland jährlich rund zwei Millionen Gebrauchtwagen in andere EU-Staaten exportiert, fordert der Experte einen besseren internationalen Austausch von Fahrzeugdaten. Nur so könne Kilometerstandbetrug künftig wirksamer bekämpft werden.

{title && {title} } zdz, {title && {title} } 22.07.2026, 22:35