Ob Leasingverträge, Werkstatttermine oder Unfallabwicklung: Wer einen größeren Fuhrpark betreibt, hat einiges zu organisieren. Oft kümmern sich Mitarbeiter neben ihren eigentlichen Aufgaben auch noch um die Firmenfahrzeuge. Das kostet Zeit und nicht selten auch unnötig Geld.
Genau hier setzt das neue österreichische Unternehmen Flottenfuchs an. Die Gründer Florian Berger und Georg Weber wollen Betrieben die komplette Arbeit rund um ihre Fahrzeugflotte abnehmen.
Statt einer eigenen Fuhrparkabteilung übernimmt Flottenfuchs sämtliche organisatorischen Aufgaben. Bezahlt wird dafür ein fixer monatlicher Betrag pro Fahrzeug. Nach Angaben des Unternehmens lassen sich die Fuhrparkkosten dadurch um bis zu 30 Prozent senken.
Das Angebot beginnt bereits bei der Auswahl der Fahrzeuge. Flottenfuchs analysiert zunächst, welche Autos ein Betrieb tatsächlich benötigt und wie diese genutzt werden.
Bei bestehenden Fuhrparks werden mithilfe eines eigenen Analysetools die laufenden Kosten untersucht. Dabei sollen sich unter anderem unnötige Ausgaben und mögliche Einsparpotenziale erkennen lassen.
Auf dieser Grundlage unterstützt das Unternehmen auch bei der markenunabhängigen Fahrzeugbeschaffung. Dabei geht es nicht nur um möglichst niedrige Anschaffungskosten, sondern auch um passende Leasing- und Finanzierungsmodelle.
Anschließend übernimmt Flottenfuchs den laufenden Betrieb. Dazu zählen Wartung, Reifenwechsel, Schadensabwicklung, Rechnungsprüfung und die Organisation von Ersatzfahrzeugen.
Auch gesetzliche Verpflichtungen wie Führerscheinkontrollen und Halterpflichten werden betreut. Selbst die direkte Kommunikation mit den Fahrern übernimmt das Unternehmen.
Das Herzstück ist die selbst entwickelte Software namens FlottenfuchsOS. Sie sammelt sämtliche Fahrzeug-, Fahrer-, Vertrags- und Kostendaten an einem zentralen Ort. Anfragen können über ein Ticketsystem, per E-Mail oder WhatsApp bearbeitet werden.
Die KI-gestützte Plattform überwacht außerdem wichtige Fristen und erkennt Abweichungen bei vereinbarten Kilometerleistungen oder verrechneten Dienstleistungen.
Ein Beispiel: Stellt eine Werkstatt eine Leistung in Rechnung, die eigentlich bereits im Servicevertrag enthalten ist, soll die Software das erkennen. Damit können Betriebe unnötige Ausgaben vermeiden, ohne sämtliche Rechnungen und Verträge selbst kontrollieren zu müssen.
Neben der Verwaltungssoftware gibt es auch eine eigene App für die Fahrer. Diese soll unter anderem dabei helfen, den Verbrauch und die Tankkosten zu reduzieren. Dafür setzt Flottenfuchs auf spielerische Vergleiche zwischen den Nutzern.
Wer besonders sparsam unterwegs ist, kann das anhand der Verbrauchsdaten nachvollziehen. Ob und wie die Unternehmen diese Ergebnisse verwenden, bleibt ihnen selbst überlassen. Die gesammelten Daten werden laut Flottenfuchs DSGVO-konform auf europäischen Servern verarbeitet.
Obwohl Flottenfuchs erst jetzt offiziell an den Start geht, betreut das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits rund 20 Kunden mit insgesamt mehreren hundert Firmenfahrzeugen.
Dazu gehören unter anderem Daikin, heizma, Beinkofer, Flamingo Energy, IFMS und Zestech. Die beiden Gründer bringen Erfahrung aus dem Aufbau und operativen Geschäft des Energiesystem-Anbieters heizma mit. Unterstützt werden sie von Juristen und Fachleuten aus der Automobilbranche. Aktuell konzentriert sich Flottenfuchs auf Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen.
Langfristig wollen Berger und Weber allerdings deutlich mehr als nur klassische Firmenautos verwalten. Das Unternehmen möchte künftig möglichst alle Formen der betrieblichen Mobilität betreuen und damit zum zentralen Ansprechpartner für Firmen werden.
Das erklärte Ziel ist ambitioniert: Flottenfuchs will sich zum führenden Mobilitätsmanager in Österreich und Europa entwickeln. Ob sich die versprochenen Einsparungen von bis zu 30 Prozent tatsächlich bei jedem Fuhrpark erreichen lassen, hängt freilich von dessen Größe, bisherigen Kosten und Organisation ab.
Für Unternehmen, die ihre Fahrzeugflotte bisher eher nebenbei verwalten, könnte das Modell einer ausgelagerten Fuhrparkabteilung jedenfalls interessant sein.